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Interpol entschlüsselte Foto: 200 Hinweise bei Fahndung nach Pädophilem

zuletzt aktualisiert: 09.10.2007 - 18:26

Phnom Penh (RPO). Einen Tag nach der Veröffentlichung entschlüsselten Fotos eines Pädophilen sind rund 200 Hinweise eingegangen. Die Aussagen müssen nun ausgeweitet werden. Derweil weitete die Polizei am vermuteten Tatort Kambodscha die Fahndung aus.

Die Hinweise seien entweder von nationalen Polizeidienststellen oder Zeugen selbst an Interpol übermittelt worden und müssten nun ausgewertet werden, sagte eine Sprecherin am Sitz der Polizeibehörde im französischen Lyon. Interpol hatte am Montag erstmals weltweit einen mutmaßlichen Pädophilen zur Fahndung ausgeschrieben.

Grundlage waren im Internet entdeckte Bilder des Mannes mit Jungen ab einem Alter von etwa sechs Jahren. Das Bundeskriminalamt BKA hatte das auf den Fotos digital verfälschte Gesicht des Täters rekonstruiert. Laut Interpol reist er vermutlich um die Welt, um seine sexuellen Neigungen zu befriedigen.

Die Polizei in Kambodscha arbeitet derweil auf Hochtouren. "Wir werden bei der Festnahme des Mannes helfen", sagte der Vizedirektor des kambodschanischen Interpolbüros, Keo Vanthan. Allerdings wäre es leichter, wenn die Identität des Mannes bekannt sei, fügte er einschränkend hinzu. Rund 200 Bilder des Mannes beim Missbrauch kleiner Jungen waren im Internet veröffentlicht worden. Sie wurden Interpol zufolge vermutlich in Kambodscha oder Vietnam aufgenommen.

Nationalität und Identität des mutmaßlichen Täters waren zunächst nicht bekannt, da er sein Gesicht auf den Fotos stets digital unkenntlich gemacht hatte. Bildbearbeitungsexperten des BKA war es dennoch gelungen, einige verwertbare Bilder von dem Täter herzustellen. Es handele sich um einen zur Tatzeit 2002 und 2003 etwa 30- bis 35-jährigen Mann europäischer oder nordamerikanischer Herkunft, erklärte das BKA in Wiesbaden. Demnach wäre der Mann heute Mitte bis Ende 30. Laut Interpol reist er vermutlich um die Welt, um seine sexuellen Neigungen zu befriedigen.

Kambodscha gilt als beliebtes Reiseziel für Pädophile. Seit einem Jahr greifen die Behörden unter internationalem Druck härter durch. Im vergangenen Jahr wurden mindestens zehn Ausländer unter dem Vorwurf des Kindesmissbrauchs festgenommen. Interpol-Sprecher Keo Vanthan betonte am Dienstag, die Behörden wollten "den Ruf des Landes endlich reinwaschen".

Quelle: afp2

 
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