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Nordindien
24 Menschen sterben in Massengedränge

Lucknow. In der heiligen Stadt Varanasi in Nordindien sind am Samstag in einem Massengedränge 24 Menschen ums Leben gekommen. Gerüchte über einen Brückeneinsturz hatten offenbar eine Panik ausgelöst. 

Nach Angaben der Polizei versuchten tausende Anhänger eines 2012 verstorbenen Gurus am Rande der Stadt am Ganges im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh, gleichzeitig eine alte Eisenbrücke zu überqueren. Offenbar führten Gerüchte, dass die Brücke einstürzt, zu einer Massenpanik.

Unter den Todesopfern waren nach Angaben der örtlichen Polizei 19 Frauen. Mindestens 20 weitere Pilger wurden mit schweren Verletzungen im Krankenhaus behandelt. Die Regierung von Uttar Pradesh kündigte eine Untersuchung des Unglücks sowie Entschädigungen für die Angehörigen der Opfer an.

Die Menschen hatten sich versammelt, um an den umstrittenen Guru Jai Gurudev zu erinnern, der sich für vegetarische Ernährung und die "Befreiung der Seele aus dem Kreislauf von Geburt und Tod" eingesetzt hatte. Der Polizeichef von Uttar Pradesh sagte im Fernsehen, die Organisatoren hätten eine Genehmigung für rund 5000 Menschen beantragt, doch hätten sich viele spontan der Prozession angeschlossen.

Vergleichbare Unglücke gibt es in Indien angesichts der enormen Masse der Gläubigen und der oft unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen immer wieder. Im Juli 2015 kamen bei einer religiösen Prozession an einem heiligen Fluss in Südindien 27 Menschen ums Leben. Im Oktober 2013 gab es bei einem Massengedränge in der Nähe eines Tempels im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh rund 115 Tote.

(AFP)
 
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