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Folge der "Ein-Kind-Politik": 30 Millionen Chinesen suchen eine Frau

zuletzt aktualisiert: 15.01.2007 - 11:15

Peking (rpo). Eine bittere Folge der sogenannten "Ein-Kind-Politik" verspüren die Chinesen. Da in China Jungen als wertvoller gelten und viele Mädchen bereits im Mutterleib abgetrieben werden, gibt es schon bald zu wenig Frauen. Nun suchen Familien nach potentiellen Bräuten für ihre Söhne, jetzt schon werden Babies entführt.

Kleine Mädchen werden in China knapp - mit katastrophalen Folgen für die Bevölkerung.  Foto: AFP, AFP
Kleine Mädchen werden in China knapp - mit katastrophalen Folgen für die Bevölkerung. Foto: AFP, AFP

Wie die "Times" berichtet, werden zehn Prozent aller Chinesen, die in den kommenden 15 Jahren zwischen 20 und 45 Jahre alt sein werden, keine Frau finden. Nicht, weil sie einen besonderen Geschmack hätten, sondern weil es extrem wenig Frauen geben wird. Immerhin 30 Millionen chinesischer Männer betrifft somit ein Problem, das sich das Volk selbst "eingebrockt" hat.

Seit dreißig Jahren bereits gilt in China die strikte Devise, dass Ehepaare lediglich ein Kind bekommen dürfen, um der Bevölkerungexplosion und den damit verbundenen Versorgungsschwierigkeiten vorzubeugen. Im Jahr 2033 soll es dennoch bereits 1,5 Milliarden Chinesen geben.

Schweigepflicht der Ärzte

Von offizieller Seite wird dementiert, dass die "Ein-Kind-Politik" zu vermehrten Abtreibungen weiblicher Föten geführt habe. Ärzte dürfen den Eltern nicht mitteilen, ob das Baby im Bauch ein Mädchen oder ein Junge ist, tun dies aber angeblich dennoch.

Im Jahr 2000 gab es statistisch gesehen 100 Mädchen zu 110 Jungen, 2005 waren es bereits 100 Mädchen zu 118 Jungen. In manchen Regionen gibt es sogar 130 Jungen zu 100 Mädchen.

Hintergrund der Präferenz von Jungen ist, dass diese später als Ernährer der Familie gelten, während Mädchen heiraten und dann in der Familie des Mannes leben. 

Entführungen von weiblichen Babies

Trotz stattlicher Werbekampagnen, die Mädchen als "ebenso wertvoll wie Jungen" anpreisen, entwirft die chinesische Regierung angeblich kaum einen Plan gegen das Dilemma sondern lobt die "Ein-Kind-Politik", die 400 Millionen zusätzlicher Geburten verhindere.

Es wird bereits von Entführungen gesprochen, die Familien vornehmen, um die Braut in spe für ihren Mann zu sichern. Auch gibt es arme Bauern, die in ländlichen Regionen ihre Mädchen verkaufen.

Laut "Times" hat China das Problem, dass es erst alt, und dann reich werde, wenn es dem Staat nicht gelingt, sowohl die Landflucht als auch die Anti-Mädchen-Bewegung in den Griff zu bekommen. 


 
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