Guatemala: 46 Kinder vor illegaler Adoption gerettet
zuletzt aktualisiert: 13.08.2007 - 12:07Guatemala-Stadt (RPO). Die Polizei in Guatemala hat 46 Kinder aus einem illegalen Waisenhaus in der alten Hauptstadt Antigua Guatemala befreit. Wie die Tageszeitung "La Prensa Libre" berichtete, war das jüngste der Kinder drei Tage, das älteste zwei Jahre alt. Die 23 Jungen und 23 Mädchen sollten ohne die erforderlichen Papiere zur Adoption freigegeben werden.
Zwei Anwältinnen wurden festgenommen. Eine von ihnen soll die Frau des Waisenhauses-Besitzers sein, der laut Internet aus den USA stammt. Die Kinder wurden unter polizeiliche Aufsicht gestellt, bleiben jedoch unter Vormundschaft des Waisenhaus-Personals, bis eine Lösung für ihr weiteres Schicksal gefunden wurde.
Das lockere Adoptionsrecht in Guatemala begünstigt den internationalen Kinderhandel. Allein im vergangenen Jahr wurden den Behörden zufolge 4496 Kinder adoptiert, zehn Prozent mehr als im Jahr 2005. Der überwiegende Teil, 95 Prozent, der Adoptiveltern stammt aus dem Ausland, meist aus den USA. Das Geschäft mit illegalen Adoptionen bringt allein in Guatemala jährlich rund 200 Millionen Dollar (rund 147 Millionen Euro) ein.
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