Berlin (RPO). Mit einer ungewöhnlichen Aktion warnt das Bundeskriminalamt in Afghanistan derzeit vor einem deutschen Islamisten aus dem Saarland. Laut Medienberichten werden in Kabul und anderen afghanischen Städten rot eingerahmte Plakate mit Fotos des Konvertiten Jan Sch. ausgehangen, der im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet vermutet wird.
Befürchtet werden Anschläge des 27-jährigen, der nach Behördeninformationen Kontakte zum Terrornetzwerk Al-Qaida hat, berichtet der "Spiegel". Ziele könnten deutsche Militär- oder Zivileinrichtung sowie internationale Institutionen sein. Daher habe sich das BKA entschieden, die Plakate des in Kasachstan geborenen Deutschen vor allem an Sicherheitsschleusen und Kontrollpunkten von internationalen Einrichtungen aufzuhängen.
Jan Sch. gilt den deutschen Behörden als Kontakt-Person der sogenannten Sauerland-Gruppe um Fritz G., die mutmaßlich Terror-Anschläge in Deutschland plante und im September 2007 geschnappt wurde.
Neben Sch. wird aktuell laut "Spiegel Online" auch nach den beiden Brüdern Mounir und Yassin Chouka aus Bonn, Javad S. aus Bonn und dem Iraner Schahab D., der in Hamburg gewohnt hat, gefahndet. Alle vier halten sich ebenfalls in der Region auf und waren in Propaganda-Videos zu sehen.
Ebenso verteilte das BKA in Afghanistan Plakate des Bonner Islamisten Bekkay Harrach, der sich offenbar Al-Qaida angeschlossen hat und dessen Terror-Drohungen vor der Bundestagswahl zu verschärften Sicherheitsmaßnahmen geführt hatten.
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Quelle: DDP/tim