London (RPO). Anstatt einen Notruf über Funk zu versenden hat ein im Atlantik verunglückter britischer Segler bei seiner Kneipe in England angerufen und um Hilfe gebeten. Alan Thompson war auf seinem Segelboot "Padolu" am Samstag knapp tausend Kilometer vor Bermuda gestürzt und hatte sich offenbar schwer an der Hüfte verletzt, wie die Tageszeitung "Guardian" am Montag berichtete.
Der 61-Jährige nahm sein Satellitentelefon und rief den Wirt seiner Stammkneipe "The Bull's Head" in Fishbourne bei Southhampton an. "Er rief uns an und sagte, er habe Schwierigkeiten. Er war an Deck gestürzt", berichtete der 62-jährige Wirt Roger Pocock.
"Es war offensichtlich, dass er starke Schmerzen hatte. Ich weiß nicht, warum er keinen Notruf abgesetzt hat, vielleicht wollte er keinen Großalarm auslösen", sagte Pocock. Der Wirt rief die Küstenwache in Falmouth im Südwesten Englands an, die daraufhin eine Rettungsaktion mit Hilfe der US-Küstenwache organisierte.
Thompson wurde schließlich von einem Öltanker aufgelesen, der fünf Stunden von seiner Jacht entfernt war. Der erfahrene Segler hatte das Schiff in Florida für rund 37.000 Euro gebraucht gekauft. Er war auf dem Heimweg. Bei seiner Rettung musste er die Jacht widerwillig herrenlos zurücklassen. "Wenn das Schiff in den Golfstrom gerät, dann kommt es vielleicht irgendwann vor der britischen Küste an", hoffte Pocock.
Quelle: afp