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Terrorserie
Abaaoud plante offenbar weiteren Anschlag

Abdelhamid Abaaoud plante offenbar weiteren Anschlag
Abdelhamid Abaaoud hatte offenbar Pläne über Paris hinaus vorbereitet. FOTO: ap
Paris. Der französische Staatsanwaltschaft liegen offenbar Hinweise vor, dass der Islamist Abdelhamid Abaaoud ein Selbstmordattentat in der  Woche nach der Anschlagsserie von Paris plante.

Demnach hatte der mutmaßliche Drahtzieher der Terrorserie vom 13. November womöglich vor, einen Selbstmordanschlag auf das Geschäftsviertel La Défense zu verüben.

Der belgisch-marokkanische Islamist und ein Komplize hätten sich möglicherweise in der Woche nach der Anschlagsserie in La Défense "in die Luft jagen" wollen, sagte Staatsanwalt François Molins am Dienstagabend. In Belgien wurde derweil ein weiterer Verdächtiger zur Fahndung ausgeschrieben.

Abaaoud war am Mittwoch vergangener Woche bei der Erstürmung einer verdächtigen Wohnung in der Pariser Vorstadt Saint-Denis getötet worden. Bei dem Einsatz sprengte sich außerdem ein bislang nicht identifizierte Verdächtiger in die Luft. Es bestehe der Verdacht, dass diese beiden "Terroristen" an eben diesem 18. November oder am folgenden Tag einen Anschlag auf das westlich an Paris angrenzende Geschäftsviertel La Défense geplant hätten, sagte Molins am Dienstagabend.

Der Polizeieinsatz in Saint-Denis FOTO: ap, PDJ BC

Über die Hinweise dafür "kann und will ich nicht präziser sein", sagte der Chefermittler. Die Erkenntnisse hätten sich erst einen Tag nach dem Anti-Terror-Einsatz in Saint-Denis ergeben. Molins hatte bereits nach der Erstürmung der verdächtigen Wohnung gesagt, mit dem Einsatz sei womöglich ein weiterer Anschlag verhindert worden. In dem Geschäftsviertel La Défense haben zahlreiche französische Großkonzerne ihren Sitz, darunter der Stromriese EDF, der Atomkonzern Areva, der Erdölgigant Total und der Versicherungskonzern Axa.

Schwerbewaffnete Angreifer hatten am 13. November bei Angriffen auf die Pariser Konzerhalle Bataclan, eine Reihe von Bars und Restaurants sowie die Fußballarena Stade de France in Saint-Denis 130 Menschen getötet. Zu der tödlichsten Anschlagsserie in der Geschichte Frankreichs hat sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannt. Das berüchtigte IS-Mitglied Abaaoud gilt als Drahtzieher der Anschläge.

Tatort Paris – die blutige Spur des Terrors FOTO: afp, le

DNA-Spuren des Islamisten wurden zudem auf einer Kalaschnikow ausgemacht, die in einem der Tatfahrzeuge gefunden wurde - einem Seat, der bei den Angriffen auf die Bars und Restaurants verwendet wurde. Die Ermittler vermuten, dass Abaaoud zusammen mit dem später bei der Detonation seines Sprengstoffgürtels getöteten Brahim Abdeslam mit dem Seat Attacken verübte. Bei dem mutmaßlichen dritten Angreifer dieses Kommandos handelt es sich Molins zufolge "vielleicht" um den Mann, der zusammen mit Abaaoud in der Wohnung in Saint-Denis starb und die Selbstmordattacke in La Défense mit plante.

Abaaoud selbst habe an dem Abend der Anschläge offenbar telefonischen Kontakt mit einem der Angreifer auf das Stade de France gehabt, sagte Molins. Außerdem sei der Islamist offenbar "nach den Attentaten an die Tatorte zurückgekehrt", und zwar noch während die Geiselnahme im Bataclan lief. Darauf weisen Molins zufolge Handy-Ortungen hin.

Zu einem am Montag im Pariser Vorort Montrouge gefundenen Sprengstoffgürtel sagte der Staatsanwalt, es gebe vermutlich einen Zusammenhang zu der Anschlagsserie: Es handele sich um "genau die gleiche" Bauweise wie die Sprengstoffgürtel, die bei dem Anschlag verwendet worden seien. Außerdem sei das Handy des flüchtigen Salah Abdeslam zu einem Zeitpunkt nahe der Fundstelle geortet worden.

Gegen den Mann, der Abaaoud in der Wohnung in Saint-Denis "gegen Bezahlung" Unterschlupf gewährt hatte, wurde derweil ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Jawad Bendaoud habe sich "wissentlich" an einem Terrorakt beteiligt, sagte der Staatsanwalt. Ihm wird unter anderem die Bildung einer kriminellen Vereinigung im Zusammenhang mit einer Terrortat zur Last gelegt.

Die belgische Justiz startete derweil eine Fahndung nach einem weiteren Verdächtigen: Ein internationaler Haftbefehl wurde gegen den 30-jährigen Mohamed Abrini ausgestellt. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft wurde er am 11. November zusammen mit dem flüchtigen Salah Abdeslam gesehen. Er habe dabei am Steuer eines Renault Clio gesessen, den die Attentäter zwei Tage später bei ihren Anschlägen in Paris nutzten.

(pst/AFP)
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