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Offenbar gescheiterte Lösegeldverhandlungen
Islamisten töten gekidnappten Malaysier auf den Philippinen

Kuala Lumpu. Ein von Islamisten gekidnappter Malaysier ist nach Angaben der Regierung in Kuala Lumpur auf den Philippinen von seinen Geiselnehmern getötet worden.

Der malaysische Regierungschef Najib Razak sprach am Mittwoch von einem "grausamen und barbarischen Verbrechen" und versprach, die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen. Er rief die philippinischen Behörden auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Das philippinische Militär sprach ebenfalls von einem "brutalen Vorfall" auf der Insel Jolo und erklärte, der Mann sei nach "gescheiterten Verhandlungen" über Lösegeld getötet worden.

Der Malaysier war am Montag nach einem halben Jahr in der Gewalt der Extremisten geköpft worden. Er war im Mai im malaysischen Teil der Insel Borneo entführt und dann auf die philippinische Insel Jolo verschleppt worden. Gemeinsam mit ihm wurde eine Frau entführt, sie kam in der vergangenen Woche nach Verhandlungen mit den Entführern frei. Verhandlungen über seine Freilassung waren gescheitert.

Die Vorgehensweise ist für die Gruppe Abu Sayyaf ungewöhnlich. Oftmals halten die Extremisten ihre ausländischen Geiseln über Jahre fest, um im Gegenzug für die Freilassung Lösegeld zu erpressen.

Die Abu-Sayyaf-Miliz ist für einige der schwersten Terrorangriffe auf den Philippinen verantwortlich und entführt seit Jahren Ausländer, um Lösegeld zu erpressen. Derzeit soll die Gruppe noch Geiseln aus Kanada, Norwegen, Holland und Italien im Dschungel von Jolo festhalten. Im Sommer 2014 schworen ihre Anführer der Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) ihre Loyalität.

(AFP/dpa)
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