Schweinegrippe: Ägypten beginnt mit Massenschlachtung
zuletzt aktualisiert: 03.05.2009 - 20:12Kairo (RPO). Die ägyptische Regierung hat mit der Massenkeulung von Schweinen begonnen. Sie will damit der Ausbreitung der Schweinegrippe vorbeugen. In Kairo wurden am Wochenende 28.000 Schweine zu Schlachthöfen gefahren. In mehreren Orten kam es zu Ausschreitungen. Wütende Schweinezüchter bewarfen Sicherheitskräfte mit Flaschen und Steinen.
In einem Vorort der Hauptstadt Kairo wurden Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen, wie ein AFP-Reporter beobachtete. Die Polizisten wehrten sich mit Tränengas und Gummigeschossen. Als die Demonstranten einen Kontrollposten im Stadtteil Mantschijet Nasr zerstörten, wurde auch ein Warnschuss abgegeben. Mindestens zwei Demonstranten wurden verletzt. Auch in Chanka nördlich von Kairo kam es nach Angaben der Sicherheitskräfte zu Zusammenstößen.
Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums sollen die Massenschlachtungen drei bis vier Wochen dauern. Die Behörden hatten die Aktion zunächst als Vorsichtsmaßnahme gegen eine Ausbreitung der Schweinegrippe dargestellt, dann aber erklärt, die Massenschlachtung habe nichts mit der Schweinegrippe zu tun. Es handle sich um eine "allgemeine Gesundheitsmaßnahme". In Ägypten ist bislang kein Fall von Schweinegrippe bekannt.
Die etwa 250.000 Schweine in Ägypten werden vor allem von koptischen Christen gezüchtet und verspeist. Im Islam gelten Schweine als unrein. Die Schweinezüchter hatten empört auf die Schlachtanordnung reagiert, da die Schweinegrippe laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht durch den Verzehr von Schweinefleisch ausgelöst wird.
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