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Transplatation
Ärzte retten Brandopfer mit Haut des Zwillings

Ärzte retten in Paris Brandopfer mit Haut seines Zwillings
OP-Saal (Symbolbild). FOTO: dpa, ua bwe dna axs
Paris. Seine gesamte Haut ist nahezu verbrannt, als ein Franzose in eine Pariser Klinik eingeliefert wird. Er hat kaum Überlebenschancen. Den Chirurgen gelingt es, den Mann zu retten - mit der Haut seines Zwillings.

Dank der Haut seines Zwillingsbruders hat ein Schwerstverbrannter in Frankreich überlebt. Chirurgen der Pariser Klinik Saint-Louis teilten mit, ihnen sei erstmals eine Hauttransplantation zwischen Zwillingen auf 95 Prozent der Körperfläche gelungen.

"95 Prozent, das ist enorm", sagt der leitende Chirurg Maurice Mimoun dem französischen "Figaro" in einem Interview, "die Chancen, das zu überleben, lagen quasi bei Null."

Gewonne Haut wie eine Netzstrumpfhose gestreckt

Der 33-jährige Patient hatte im September 2016 bei einem Arbeitsunfall lebensgefährliche Verbrennungen erlitten. Sieben Tage nach seiner Einlieferung in die Klinik transplantierten die Ärzte ihm in mehreren Stufen Haut seines eineiigen Zwillingsbruders.

Dafür wurden nach Angaben der Ärzte fünf bis zehn Zentimeter große Schichten unter anderem vom Schädel und Rücken des Zwillingsbruders entnommen, wo die Haut besonders schnell nachwächst. Die so gewonnene Haut wurde dann mit einer Spezialmaschine gestreckt, sodass sie "wie eine Netzstrumpfhose" um den Körper des Brandopfers gelegt werden konnte, berichtet Mimoun.

Der Bruder sei "äußerst glücklich", seinem Zwilling geholfen zu haben, sagte der Chirurg. Das Brandopfer mache gesundheitlich gute Fortschritte, die Haut im Gesicht und an den Händen habe sich schon sehr gut erholt.

(laha/afp)
 
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