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Exekution verschoben
Ärzte verweigern Hinrichtung

Exekution verschoben: Ärzte verweigern Hinrichtung
Der Todeskandidat Michael Morales (46), dessen Hinrichtung verschoben wurde. FOTO: CALIFORNIA DEPT.OF CORRECTIONS, AFP
San Francisco (rpo). Die Hinrichtung eines wegen Mordes und Vergewaltigung Verurteilten im US-Gefängnis St. Quentin ist verschoben worden. Das Todesurteil konnte nicht vollstreckt werden, weil sich zwei Ärzte aus ethischen Gründen weigerten, das Setzen der Todesspritze zu überwachen.

Die beiden namentlich nicht genannten Narkoseärzte gaben eine schriftliche Stellungnahme ab, so dass die Exekution des verurteilten Michael Morales in letzter Minute abgebrochen werden musste.

"Wir sind wirklich erleichtert, dass die Angelegenheit jetzt noch einmal gründlich überprüft wird", sagte die Anwältin der Amerikanischen Bürgerrechtsunion (ACLU), Natasha Minsker, am Dienstag (Ortszeit). Die richterliche Genehmigung für Michael Morales' Hinrichtung lief am selben Tag ab und wurde der Anwältin zufolge ausgesetzt. Die Gefängnisleitung teilte den Justizbehörden mit, dass sie die richterliche Anweisung nicht erfüllen konnte, wonach die Hinrichtung ärztlich überwacht werden muss.

Gericht wollte schmerzfreie Hinrichtung garantieren

Das zuständige Gericht hatte festgelegt, dass ein Mediziner die tödliche Spritze verabreichen müsse. Die dafür verpflichteten Narkoseärzte weigerten sich aber mit der Begründung, dies sei für sie ethisch nicht vertretbar. Das Gericht wollte mit der neuen Regelung sicherstellen, dass der Todeskandidat vor der eigentlichen Hinrichtung so betäubt wird, dass er von der Giftspritze nichts mehr spürt. Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger hatte ein Gnadengesuch der Anwälte abgelehnt. Über das Verfahren der Hinrichtung und die Frage, ob den Todeskandidaten dabei Schmerzen zugefügt werden, wird in einigen Monaten noch einmal verhandelt werden.

Morales ist wegen Mordes und Vergewaltigung einer 17-Jährigen im Jahr 1981 verurteilt. Er habe sein Opfer mit einem Gürtel gewürgt, der Jugendlichen mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen und sie vergewaltigt, betonte Schwarzenegger bei der Ablehnung des Gnadengesuchs. Danach habe Morales das Mädchen in die Brust gestochen und sterbend zurückgelassen. Morales' Behauptung, er habe sich in der Haft geändert, entschuldige seine brutale Tat nicht.

(afp)
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