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Italienerin verpasste Todesflug
AF-447-Passagierin stirbt bei Autounfall

Suche nach Opfern und Wrackteilen
Suche nach Opfern und Wrackteilen FOTO: AP
Düsseldorf (RPO). Eine Italienerin, die wegen einer Verspätung den Todesflug der Air-France-Maschine 447 verpasst hatte, ist Todesopfer eines Autounfalls geworden. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, starb die Pensionärin aus Bolzano-Bosen bei der Kollision mit einem LKW. Das Unglück ereignete sich bei Kufstein, Österreich.

Die Italienerin namens Johanna Ganthaler hatte den Berichten zufolge im Mai zusammen mit ihrem Ehemann Kurt den Urlaub in Brasilien verbracht. Die Rückreise war für den 31. Mai geplant, die Tickets auf den Flug AF 447 von Rio nach Paris ausgestellt. Das Ehepaar verspätetet sich jedoch bei der Anfahrt zum Flughafen und verpasste den Flug. Eine glückliche Fügung. Alle 228 Menschen an Bord starben bei der Flugzeug-Katastrophe über dem Atlantik.

Wie Ansa berichtet, trat das Ehepaar Ganthaler einen Tag später von Rio aus die Heimreise an. Von München aus kommend sei es mit dem Auto im österreichischen Tirol unterwegs gewesen. Der Wagen sei ins Schleudern geraten und mit einem entgegenkommenden Lkw kollidiert. Johanna Ganthaler starb, ihr Mann sei schwer verletzt und werde im Hospital behandelt.

Suche nach Ursachen dauert an

Derweil rätseln die Ermittler weiterhin über die Ursachen des Unglücks. Die Fluglinie Air France meldete Zweifel an der verbreiteten Theorie an, defekte Geschwindigkeitsmesser hätten zum Absturz des Airbus geführt. Air-France-Chef Pierre-Henri Gourgeon sagte am Donnerstag, er sei "nicht überzeugt".

Die Autopsien der bislang geborgenen 41 Leichen und die Untersuchung der Trümmerteile soll Schlüsse auf die Unglücksursache ermöglichen, wie Gourgeon weiter sagte. Entscheidend ist dabei jedoch der Flugschreiber: Ein französisches Atom-U-Boot suchte am Donnerstag den zweiten Tag in Folge nach der Black Box. Die "Emeraude" soll jeden Tag ein Gebiet bis zu 35 Quadratkilometern absuchen, zwei weitere Spezialschiffe sollten bis zum Wochenende hinzustoßen.

Brasilianer wollen Suche in einer Woche einstellen

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Die Black Box sendet nur bis zu 30 Tage nach dem Absturz ein Signal aus, mit dem sie geortet werden kann. Die brasilianischen Einsatzkräfte kündigten unterdessen an, die Suche nach Trümmern und Leichen in einer Woche einzustellen. Stürme und Strömungen dürften diese inzwischen weit abgetrieben haben. Die genaue Unglücksursache war weiterhin unklar. Ein Versagen der Geschwindigkeitsmesser könnte inmitten des schweren Gewittersturms über dem Atlantik eine Kette fataler Fehler in Gang gesetzt haben.

 
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