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Taliban
25 Tote durch Selbstmordanschläge in Afghanistan

Afghanistan: 25 Tote durch zwei Selbstmordanschläge
Polizisten und Soldaten an einem der zwei Tatorte. FOTO: ap
Kabul. Bei zwei Selbstmordanschlägen in Afghanistan, von denen einer in der Nähe des Verteidigungsministeriums in Kabul verübt wurde, sind am Samstag 25 Menschen getötet worden. Nach offiziellen Angaben gab es mehr als 50 Verletzte.

Zu dem Anschlag in Kabul bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Der andere Anschlag wurde in Asadabad im Osten des Landes verübt. "Es gibt zwölf Tote, darunter zwei afghanische Soldaten, und acht Verletzte", teilte das Verteidigungsministerium nach dem Anschlag in Kabul mit. Der Polizeichef hatte zuvor von neun Toten und 13 Verletzten gesprochen.

Der Selbstmordattentäter war nach Angaben von Ministeriumssprecher Dawlat Wasiri zu Fuß unterwegs und sprengte sich zum Schluss der Bürozeiten in die Luft. Bei dem Selbstmordanschlag in Asadabad, der Hauptstadt der Provinz Kunar, wurden 13 Menschen getötet und mindestens 39 weitere verletzt. Nach Angaben der Behörden sprengte sich dort ein Attentäter am Rand eines belebten Markts in die Luft. Der Mann sei auf einem Motorrad unterwegs gewesen, sagte ein Sprecher des Provinzgouverneurs.

Widerstand-Kämpfer unter den Opfern

Opfer des Anschlags in Asadabad wurde auch eine namhafter Vertreter des Widerstands gegen die Taliban, Hadschi Chan Dschan. Der Stammeschef war bekannt für seine Stellungnahmen zugunsten der Zentralregierung und gegen die Taliban. Zu dem Anschlag in Asadabad bekannten sich die Taliban zunächst nicht. Generell übernehmen sie nicht die Verantwortung für Anschläge mit zivilen Opfern. Im vergangenen Jahr wurden bei den kriegerischen Auseinandersetzungen in Afghanistan nach Angaben der UNO mehr als 3500 Menschen getötet.

Die Taliban verübten in den vergangenen Wochen vermehrt Attentate - offenbar im Bemühen, ihre Ausgangsposition vor der Wiederaufnahme direkter Friedensverhandlungen mit der Regierung zu stärken. Solche Verhandlungen werden von einer internationalen Koordinierungsgruppe angestrebt, an der Afghanistan, Pakistan, die USA und China beteiligt sind.

Friedensgespräche werden vorbereitet

Die Gespräche sollten "in der ersten Märzwoche" in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad stattfinden, hieß es nach einem Vorbereitungstreffen am Dienstag. Die Regierung in Kabul fordere alle Taliban-Gruppen auf, an den Friedensgesprächen teilzunehmen, "um dem Konflikt und dem Blutvergießen im Land ein Ende zu setzen", sagte Außenminister Salahuddin Rabbani, der die Gespräche leitete.

Im vergangenen Juli hatte es bereits einen Anlauf zu Friedensgesprächen mit den Taliban gegeben. Sie kamen zum Erliegen, als der Tod von Taliban-Führer Mullah Omar bekanntgegeben wurde. Durch die Ernennung seines Nachfolgers Mullah Achtar Mansur brachen interne Konflikte unter den Taliban weiter auf.

Taliban stellen Forderungen

Im Januar erklärten die Taliban, die USA und die UNO sollten "schwarze Listen" zurückziehen, auf denen ihre führenden Köpfe zusammengestellt sind. Außerdem verlangen die Taliban den Abzug der verbleibenden 13.000 Soldaten der Nato aus dem Land.

Die pakistanische Luftwaffe flog nach Angaben von pakistanischen Sicherheitskräften am Samstag Angriffe auf mutmaßliche Taliban-Stellungen in Nord-Waziristan in der Nähe der Grenze zu Afghanistan, bei denen mindestens 15 Aufständische getötet worden seien. Vier "Verstecke" seien zerstört worden, sagte ein Vertreter der pakistanischen Sicherheitskräfte. Unter den Toten seien sechs Usbeken.

(AFP)
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