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Zahlreiche Verletzte
Starkes Erdbeben - 29 Tote in Pakistan und Afghanistan

Fotos: Erdbeben erschüttert Pakistan, Afghanistan und Indien
Fotos: Erdbeben erschüttert Pakistan, Afghanistan und Indien FOTO: afp, WK/RC
Berlin. Teile von Afghanistan, Pakistan und Indien sind von einem heftigen Erdbeben erschüttert worden. Das Geoforschungszentrum in Potsdam registrierte am Montag zunächst eine Stärke von 7,5. Das Zentrum soll in 200 Kilometern Tiefe gelegen haben. Mehrere Menschen kamen ums Leben.

Nach Angaben der Behörden sind in Afghanistan und Pakistan mindestens 70 Menschen ums Leben gekommen und mehr als hundert Menschen verletzt worden. Alleine zwölf Schülerinnen wurden bei einer Massenpanik in der nordafghanischen Stadt Talukan getötet, wie die Behörden mitteilten. Aus Pakistan wurden 52 Tote gemeldet, darunter mindestens acht Kinder. Im nordpakistanischen Peshawar stürzten nach offiziellen Angaben zahlreiche Gebäude ein.

Die US-Erdbebenwarte gab die Stärke des Bebens - ebenso wie das Geoforschungszentrum in Potsdam - mit 7,5 an. Ihren Angaben zufolge lag das Zentrum des Bebens rund 70 Kilometer südlich der Stadt Faisabad, wo die Bundeswehr bis 2012 ein Außenlager unterhielt. Die Region ist das Dreiländereck von Afghanistan, Pakistan und Tadschikistan.

Die Karte der US-Erdbebenwarte zeigt das Epizentrum des Erdbebens. Es soll rund 70 Kilometer südlich der Stadt Faisabad gelegen haben. FOTO: dpa, mda

Die Stromnetze und Kommunikationsverbindungen brachen in mehreren Teilen Afghanistans, Pakistans und Nordindiens zusammen. Überall rannten die Menschen in Panik auf die Straßen. Nach Angaben der pakistanischen Zeitung "Dawn" wurden Streitkräfte, Polizisten, lokale Beamte und zivilen Helfer dazu aufgefordert, alle verfügbaren Kräfte zu mobilisieren. Die pakistanische Erdbebenwarte warnte vor Nachbeben.

Ein Augenzeuge im pakistanischen Abbottabad berichtete "Dawn", in seiner Region seien mehrere Erdrutsche ausgelöst worden. Es gebe im Swat-Tal viele Schäden, berichtete die pakistanisch-kanadische Dokumentarfilmerin Sharmeen Obaid-Chinoy auf Twitter. Das Haus ihres Fahrers in Shangla sei zerstört.

In Peschawar im Nordwesten des Landes stürzte mindestens ein Haus in sich zusammen. Der Leiter der Ambulanz in einem staatlichen Krankenhaus in Peshawar, Muhammad Sadiq, sagte der Nachrichtenagentur AFP, alleine in der Stadt seien mehr als hundert Menschen verletzt worden. "Viele weitere Verletzte werden in Krankenhäuser gebracht, viele liegen noch unter Trümmern." 

In der Hauptstadt Islamabad fiel durch das Beben das Fernsehen aus, wie ein dpa-Reporter berichtete. Im nordindischen Kaschmir brachen die Handy-Netze zusammen. Die Erschütterungen waren bis ins indische Neu Delhi und in die nepalesische Hauptstadt Kathmandu zu spüren.

Erst vor einem halben Jahr, am 25. April, hatte es ein großes Himalaya-Erdbeben der Stärke 7,8 gegeben, dessen Zentrum in Nepal lag. Damals starben rund 9000 Menschen.

(lsa/das/dpa/AP/AFP)
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