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Afghanistan
Attentäter stürmen staatliche Sendeanstalt

Afghanistan: Terroristen stürmen staatlichen Rundfunksender
Afghanische Sicherheitskräfte am Ort des Attentats in Dschalalabad. FOTO: afp, SM
Dschalalabad . Selbstmordattentäter haben am Mittwoch das Gebäude der staatlichen Rundfunkgesellschaft Afghanistans in Dschalalabad gestürmt und sich Schusswechsel mit Sicherheitskräften geliefert. Dabei kamen mindestens zwei Menschen ums Leben, 14 weitere wurden verletzt.

Das sagte der Regierungssprecher der Provinz Nangarhar der Nachrichtenagentur AFP. Demnach seien vier Angreifer in den Sender Radio Television Afghanistan (RTA) eingedrungen. Zwei von ihnen hätten sich in die Luft gesprengt, während zwei weitere weiterhin Widerstand leisteten. Ein RTA-Fotograf berichtete, er habe das Gebäude zu Beginn der Schießerei verlassen, aber einige seiner Kollegen befänden sich noch darin.

Zu dem Angriff in Dschalalabad, der Hauptstadt der Provinz Nangarhar, bekannte sich zunächst niemand. Die Provinz ist aber eine Hochburg der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Im vergangenen Monat hatten US-Streitkräfte in Nangarhar die größte nicht-atomare US-Bombe abgeworfen und dabei dutzende IS-Kämpfer getötet. 

Während die afghanische Regierung den Abwurf der Bombe unterstützte, bemerkten Kritiker, dass der IS im Vergleich zu den islamistischen Taliban in Afghanistan nur eine Randgruppe sei und eine nicht so große Bedrohung darstelle. Die Nato erwägt im Kampf gegen die islamistischen Rebellen einige tausend zusätzliche Soldaten an den Hindukusch zu entsenden. Derzeit sind etwa 13.400 Nato-Soldaten in Afghanistan stationiert, davon 8400 aus den USA.

(kess/AFP)
 
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