Bundesnachrichtendienst in Erklärungsnot: Agent nach Todesfahrt aus Georgien abgezogen
zuletzt aktualisiert: 03.07.2010 - 11:38Hamburg (RPO). Ein tödlicher Zwischenfall in Georgien hat den Bundesnachrichtendienst in Erklärungsnot gebracht. Einem Magazinbericht zufolge wurde ein BND-Agent aus Georgien abgezogen, nachdem er im vergangenen Jahr alkoholisiert eine Frau überfuhr und anschließend floh.
Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete, zog der BND seinen deutschen Residenten Andreas D. aus Georgien ab, nachdem er im November vergangenen Jahres in Tiflis nach einem Zechgelage eine georgische Straßenkehrerin angefahren hatte. Die Frau erlag später ihren Verletzungen.
Das Magazin berichtete, der offenbar stark angetrunkene Geheimdienstmann sei mit seinem Geländewagen geflüchtet, anstatt auf die Polizei zu warten. Allerdings hatten Überwachungskameras das Geschehen aufgezeichnet, so dass die georgischen Behörden herausfanden, welcher Mitarbeiter der deutschen Botschaft in den tödlichen Unfall verwickelt war.
Als Ergebnis intensiver diplomatischer Verhandlungen musste der BND seinen Residenten dem Magazin zufolge schließlich abziehen. Die georgischen Behörden hätten auf weitere Konsequenzen verzichtet. Der Nachrichtendienstler müsse nun mit einer Anklage in Deutschland und dienstrechtlichen Konsequenzen rechnen.
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