| 13.30 Uhr

Aktion gegen Homophobie
Albus Dumbledore heiratet Gandalf den Weißen

J.K. Rowling präsentiert neuen Roman
J.K. Rowling präsentiert neuen Roman FOTO: dpa
Kansas. Albus Dumbledore und Gandalf der Weiße haben geheiratet. Mit der symbolischen Zeremonie sollte ein Zeichen gegen Homophobie gesetzt werden. Ihr war ein heftiger Twitter-Streit zwischen den offen schwulenfeindlichen Vertretern einer Baptisten-Kirche und "Harry-Potter"-Autorin J.K. Rowling vorausgegangen. Von Laura Sandgathe

Ein junge Mann steht vor einem in den Farben des Regenbogens gestrichenen Haus an einem Rednerpult. Vor ihm stehen zwei bekannte Persönlichkeiten aus der Belletristik: Albus Dumbledore, Direktor der Zauber-Schule Hogwarts aus "Harry Potter" und Gandalf, Zauberer aus "Der Herr der Ringe"-Trilogie von J.R.R. Tolkien. Der junge Mann wendet sich an Dumbledore: "Albus Dumbledore: Nimmst zu Gandalf, den Weißen, zu deinem Ehemann? Wirst du ihn lieben, ihm treu sein, bis dass der Tod euch scheidet - auch mit dem Wissen, dass er dazu tendiert, von den Toten wiederzukommen?" 

Aus dem Off ist Lachen zu hören. Das Video hat "Equality House" getwittert, das zu der amerikanischen Organisation "Planting Peace" gehört. Das Equality House ist das Haus mit der Wand in den Farben des Regenbogens - ein idealer Ort für die Aktion, mit der ein Zeichen gegen Homophobie und für die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe gesetzt werden sollte. Natürlich steckten hinter Gandalf und Dumbledore zwei Schauspieler, die in die Rolle der Roman- und Kinohelden geschlüpft waren. Allerdings handelte es sich nicht um Ian McKellen und Michael Gambon, die die beiden Figuren in der Kinoversion verkörpern. Auch wenn das gut gepasst hätte: Gandalf-Darsteller Ian McKellen steht seit Jahren offen zu seiner Homosexualität.

Die ungewöhnliche Hochzeit hat eine Vorgeschichte: Als die Iren vor einigen Wochen für die Einführung der Homo-Ehe in ihrem Land stimmten, reagierte Rowling mit einem Tweet: "Was, wenn Dumbledore und Gandalf gemeinsam schwul wären", hieß es in einem Meme, und Rowling antwortete in ihrer Nachricht: "Dann könnten sie in Irland heiraten!"

Rowlings Eintreten für die Homo-Ehe traf auf viel Zustimmung - allerdings nicht von allen Seiten. Entschiedenster Gegner: Die Westboro Baptiste Church in Topeka, Kansas. Ein Vertreter antwortete mit einem bösen Tweet, in dem unter anderem eine Torte zu sehen war mit der Aufschrift "Gott hasst Schwule". 

Rowling ließ diesen Tweet nicht unbeantwortet. Was folgte war ein heftiger Twitter-Streit zwischen Rowling und denjenigen, die sich auf ihre Seite schlugen und den Vertretern der Westboro Baptiste Church. Nun liegt das Equality House der Organisation "Planting Peace" ebenso wie die Baptistenkirche in Topeka, und zwar direkt gegenüber. Das Equality House solidarisierte sich mit Rowling und veranstaltete die symbolische Trauung von Gandalf und Dumbledore direkt vor den Augen der konservativen Gläubigen. Und erhielt viel Zuspruch aus der Stadt: Firmen in Topeka spendeten Blumen, Ringe und eine Torte.

(lsa)
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