| 19.08 Uhr

Stockholm
Vier Preisträger erhalten Alternativen Nobelpreis

Alternativer Nobelpreis in Stockholm verliehen
Der Arzt Gino Strada bekam einen Alternativen Nobelpreis für die Versorgung von Kriegsopfern. FOTO: dpa, mda jai
Stockholm . Sie kämpfen für die Rechte von Homosexuellen, setzen sich für den Klimaschutz und die Abrüstung ein oder versorgen Millionen verwundeter Kriegsopfer: Am Montag sind vier Preisträger in Stockholm mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt worden. Die Auszeichung ging dabei zum ersten Mal nach Italien und Uganda. 

 Die Right Livelihood Award Stiftung verlieh den Preis an den italienischen Arzt Gino Strada für seine Versorgung von Kriegsopfern sowie an Kasha Jacqueline Nabagesera, die in Uganda für die Rechte von Homo-, Inter- und Transsexuellen kämpft. "Nabagesera ist eine der mutigsten und direktesten Menschenrechtsaktivisten in ihrer Heimat", sagte Stiftungsgründer Jakob von Uexküll im schwedischen Reichstag.

Über Stradas Organisation Emergency, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als sechs Millionen Menschen in Konfliktgebieten medizinisch versorgt hat, sagte von Uexküll: "Leider wird ihre Arbeit heute mehr gebraucht denn je." Die Nichtregierungsorganisation (NGO) kümmert sich auch um viele der Millionen Flüchtlinge, die sich 2015 auf den Weg nach Europa gemacht haben, sowie um Notleidende vor Ort.

"Während manche Länder und Gemeinschaften ihre Grenzen - und ihre Herzen - für die geöffnet haben, die vor gewaltsamen Konflikten und Unterdrückung fliehen, sind andere fremdenfeindlicher und intoleranter geworden", warnte von Uexküll.

Ehrenpreis für Marshallinseln 

Einen weiteren der mit je rund 106.000 Euro dotierten Preise überreichte von Uexküll an die kanadische Inuit-Aktivistin Sheila Watt-Cloutier. Das Volk der Marshallinseln und ihr Außenminister Tony de Brum bekamen einen Ehrenpreis. De Brum hatte 2014 vor dem Internationalen Gerichtshof Klagen gegen alle neun Atomstaaten eingereicht, weil sie sich nicht an die Abmachungen aus dem Atomwaffensperrvertrag hielten.

Mit dem Preis - offiziell Right Livelihood Award - werden jedes Jahr Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden geehrt. Bislang zählt die Stiftung 162 Preisträger aus 67 Ländern.

2014 kam Preisträger nicht 

Im vergangenen Jahr hatte sie für Aufruhr gesorgt, als sie Edward Snowden in Abwesenheit auszeichnete. Der US-Whistleblower hält sich in Russland auf, um sich einer Strafverfolgung durch die US-Behörden zu entziehen. "Es ist der Ehrgeiz der Right Livelihood Award Stiftung, dass er 2016 als freier Mann nach Schweden kommen und in Sicherheit seinen Preis entgegennehmen kann", sagte von Uexküll.

(lkö/dpa)
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