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Justiz
Oberstes Gericht berät über Urteil für Amanda Knox

September 2013: Amanda Knox im NBC-Interview
September 2013: Amanda Knox im NBC-Interview FOTO: ap, Peter Kramer
Rom. Schicksalstag für Amanda Knox und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito: Jahre nach dem Mord an einer britischen Studentin entscheidet das oberste Gericht in Italien, ob die beiden schuldig sind. Doch auch dieses Urteil muss nicht das letzte sein.

Fast acht Jahre nach dem Mord an einer britischen Austauschstudentin berät das oberste Gericht in Italien über den Schuldspruch gegen die Amerikanerin Amanda Knox und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito. Der Kassationsgerichtshof muss entscheiden, ob die Verurteilung der beiden zu langen Haftstrafen rechtskräftig ist oder noch einmal gekippt wird. Knox war letztes Jahr wegen Mordes zu 28 Jahren und sechs Monaten Haft, Sollecito zu 25 Jahren verurteilt worden. Beide beteuern ihre Unschuld.

Das Urteil des Kassationsgerichtes in Rom wird das mittlerweile fünfte in dem Justizkrimi sein. Die Britin Meredith Kercher war am 1. November 2007 in der italienischen Stadt Perugia vergewaltigt und brutal ermordet worden. Nachdem Knox und Sollecito in erster Instanz zu langen Haftstrafen verurteilt worden waren, sprach sie ein Berufungsgericht aus Mangel an Beweisen anschließend frei. Diesen Freispruch kippte das Kassationsgericht 2013 wegen Rechtsfehlern und ordnete einen neuen Prozess an, in dem die Schuldsprüche folgten.

Der Mordprozess um Amanda Knox FOTO: ap

Knox war nach ihrem Freispruch in ihre Heimatstadt Seattle zurückgekehrt. Die 27-Jährige wird das Urteil am Mittwoch - oder spätestens Donnerstag - aus den USA verfolgen. Der Italiener Sollecito, der am Donnerstag 30 wird, will dagegen bei der Entscheidung in Rom anwesend sein. Sollte der Schuldspruch bestätigt werden, wird er vermutlich sofort ins Gefängnis müssen. Bei Knox hingegen stellt sich die Frage, ob sie von den USA ausgeliefert wird, wenn Italien einen entsprechenden Antrag stellt.

Das oberste Gericht kann den Schuldspruch allerdings auch kippen und den Fall erneut an ein anderes Gericht verweisen. Das würde eine Neuauflage der Justizsaga bedeuten. Merediths Familie erklärte, sie hoffe, dass der Fall mit dem jetzigen Urteil nun endlich abgeschlossen werde.

(dpa)
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