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Krankenversicherung in USA: Amerikaner gehen zum Supermarkt-Doktor

VON FRANK HERRMANN - zuletzt aktualisiert: 26.11.2009 - 19:24

Washington (RP). Monatelang haben die Amerikaner über die Einführung einer Krankenversicherung gestritten. Es war eine ideologisch aufgeheizte Debatte. Wenn es um den medizinischen Alltag geht, sind sie dagegen ganz pragmatisch.

Behandelt wird längst nicht nur in Kliniken oder Arztpraxen, sondern zum Beispiel auch in einer Drogerie. Das ist in den USA immer eine Mischung aus Apotheke und ausgewachsenem Supermarkt, mit Kopfschmerztabletten in Tausender-Packungen und Regalen voller Salzbrezeln, Suppendosen und Olivenöl.

In irgendeiner Ecke blinkt auf himmelblauem Grund der Schriftzug „Minute Clinic“. Das kann dann direkt bei den Paletten mit den Colaflaschen sein. Dort trägt man sich in eine Warteliste ein, füllt noch schnell ein Formular aus, und nach ein paar Minuten wird man aufgerufen. Natürlich nur mit dem Vornamen, amerikanisch eben.

Dann setzt man sich auf einen Schemel, macht den Oberarm frei, so dass eine Ärztin den „flu shot“ geben kann, die Grippespritze. Dabei schaut einem die halbe Kundschaft zu, zumeist Menschen in Eile, die sich beim Einkaufen auch schnell noch impfen lassen wollen.

Es passt sicher nicht jedem, dass jegliche Privatsphäre fehlt. Und es gibt auch Widerstand gegen die Supermarkt- Klinik, angeführt von Krankenhäusern und Ärztekammern. Wer aber denkt, die „Minute Clinic“ sei ein Provisorium am Rande der Quacksalberei, der befindet sich auf dem Holzweg.

Eben erst hat die Rand Corporation, eine renommierte Denkfabrik, die Kliniken im Laden unter die Lupe genommen und festgestellt, dass sie genauso gut sind wie normale Arztpraxen, nur deutlich billiger. 30 bis 40 Prozent billiger, um genau zu sein.

Quelle: RP

 
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