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Globaler Trend
Amnesty meldet dramatischen Anstieg von Hinrichtungen

Hintergrund: Die Entwicklung der Todesstrafe
Hintergrund: Die Entwicklung der Todesstrafe FOTO: FR117487 AP, AP
London. 1634 Menschen wurden laut Amnesty International im Jahr 2015 hingerichtet. Das sind rund 50 Prozent mehr als im Vorjahr und so viel wie seit 25 Jahren nicht. Die Menschenrechtsorganisation zeigt sich zutiefst beorgt.

"Diese Entwicklung ist zutiefst beunruhigend", sagte AI-Generalsekretär Salil Shetty. Viele Regierungen hätten an der unbarmherzigen Praxis festgehalten, Menschen das Leben zu nehmen. All das aufgrund der "irrigen Annahme", dass die Todesstrafe für mehr Sicherheit sorge.

Etwa 90 Prozent der 2015 registrierten Hinrichtungen sind der Amnesty-Statistik zufolge auf die Staaten Iran (mindestens 977), Pakistan (mindestens 320) und Saudi-Arabien (mindestens 158) zurückzuführen, die hauptverantwortlich für den globalen Anstieg seien. "Diese Länder haben Menschen in einem unfassbaren Ausmaß umbringen lassen - zumeist nach vollkommen unfairen Verhandlungen. Dieses Abschlachten muss ein Ende haben", forderte Shetty.

Amnesty wies darauf hin, dass in dem neuen Jahresbericht keine Zahlen aus China enthalten seien, wo es wahrscheinlich Tausende weitere Opfer gegeben habe. Die entsprechenden Daten würden von der chinesischen Regierung wie ein Staatsgeheimnis unter Verschluss gehalten.

Trotz der besorgniserregenden weltweiten Lage gab es laut Amnesty im vergangenen Jahr auch positive Entwicklungen. So hätten die USA mit 28 vollstreckten Todesurteilen den niedrigsten Wert seit 1991 verzeichnet. Vier Länder - Fidschi, Madagaskar, die Republik Kongo und Suriname hätten die Todesstrafe komplett abgeschafft.

Damit seien die Länder, in denen die Todesstrafe aus den Gesetzbüchern gestrichen worden sei (102), weltweit erstmals in der Mehrzahl. Die Staaten, die weiterhin Todessurteile vollstreckten, müssten indes erkennen, dass sie "auf der falschen Seite der Geschichte stehen", sagte Shetty.

(KNA)
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