| 10.33 Uhr

Foto-Antwort auf israelische Bildmontage
Der Marsch der Millionen Merkels

Paris. Nachdem eine ultraorthodoxe Zeitung in Israel Angela Merkel und andere Frauen aus einem Foto des Trauermarsches der Staatschefs in Paris herausretuschiert hatte, kommt die Kanzlerin jetzt in einer weiteren Fotomontage millionenfach zurück. Das Bild "The Million Merkel March" verbreitet sich rasant im Netz.

Das streng religiöse Blatt "Hamodia" (Der Verkünder) hatte mehrere Frauengesichter aber aus Bild entfernt. Merkel und die EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini sind verschwunden.

Das Originalbild von der Trauerfeier in Paris nach dem Anschlag auf die Zeitschrift "Charlie Hebdo". FOTO: afp, CHM/JS/eba

Ultraorthodoxe Zeitungen drucken aus religiösen Gründen keine Abbilder von Frauen ab. Als provokativ empfundene Werbungen mit Frauengesichtern und -körpern werden daher in Jerusalem auf der Straße häufig übermalt oder zerstört. Wenn ultraorthodoxe Medien Bilder mit großem Nachrichtenwert veröffentlichen wollen, ist es daher nicht ungewöhnlich, dass sie "nachbearbeitet" werden, damit keine Frauengesichter zu sehen sind.

Eine Satire-Seite verbreitete kurze Zeit später ein Foto, in dem statt der Frauen alle Männer verschwunden sind, mit der Behauptung, die Montage sei das Werk einer feministischen Zeitung.

Jetzt gibt es eine weitere Reaktion auf die Photoshop-Aktion der israelischen Zeitung. Die Grafikerin Esther Werdiger hat für das jüdische "Tablet Mag" eine neue Version erstellt, in der die Köpfe aller Staatschefs durch den der Kanzlerin ersetzt wurden. Es scheint, als würden eine Million Angela Merkels durch Paris schreiten.

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