Ein mit einem Maschinengewehr Bewaffneter hat in einem Club für schwule Jugendliche in Tel Aviv ein Blutbad angerichtet. Drei Menschen wurden nach Polizeiangaben bei dem Angriff am Samstagabend getötet, elf zum Teil schwer verletzt. Der Täter flüchtete.
Vor dem Zentrum spendeten sich nach der Bluttat Mitglieder des Zentrums gegenseitig Trost. Gerade von ultra-religiöser Seite sind Schwule in Israel ständigen Angriffen ausgesetzt. Die Großstadt Tel Aviv gilt als aber im Gegensatz zu Jerusalem als vergleichsweise liberal im Umgang mit Homosexualität.
Krankenwagen versorgten die Verletzten. Wie die israelischen Rettungsdienste mitteilten, starben ein junger Mann und eine junge Frau sofort, ein drittes Opfer erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Laut der Nachrichtenagentur AP sind mindestens elf Menschen verletzt worden.
Die Notärzte brachten die Verletzten in die Krankenhäuser der Stadt.
Der Abgeordnete Nitzan Horowitz, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt, sprach vom bislang schwersten Anschlag auf die Schwulenszene in Israel. "Wir stehen alle unter Schock", sagte er.
Die Polizei kam zum Tatort und sicherte Spuren. Von dem laut Augenzeugen ganz in schwarz gekleideten Mörder fehlt bisher aber jede Spur.
Spontan wurden Teelichter als Zeichen der Trauer um die Ermordeten entzündet.
Homosexuelle und andere Israelis, die sich mit den Opfern solidarisch zeigten, kamen zu einer spontanen Demonstration zusammen.
Dabei wurde auch die Regenbogenflagge gezeigt. Sie ist ein klassisches Symbol der Schwulenbewegung, die aber im Irakkrieg 2003 auch von der Friedensbewegung genutzt wurde.