Notstand auf Jamaika: Angst vor Hurrikan "Dean" in den USA
zuletzt aktualisiert: 20.08.2007 - 19:23Houston (RPO). Heutemorgen hatte Jamaika wegen ihm den Notstand ausgerufen, jetzt zieht Hurrikan "Dean" mit Windgeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern in der Stunde eine Spur der Verwüstung durch die Karibik. "Dean" lässt in den USA wieder Erinnerungen an die verheerenden Folgen der Hurrikane "Rita" und "Katrina" 2005 lebendig werden.
Inzwischen streifte "Dean" die Cayman-Inseln und nimmt mit unverminderter Stärke Kurs auf die mexikanische Karibikküste. Auf den Inseln machte sich Erleichterung breit, nachdem den Menschen dort die größte Wucht des Wirbelsturms erspart geblieben war. Auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán versuchten hunderte Touristen, noch vor der erwarteten Ankunft von "Dean" am Abend einen Flug in die Heimat zu bekommen.
In US-Staat Texas laufen die Vorbereitungen der Behörden auf Hochtouren, eine Katastrophe wie bei den Hurrikanen "Rita" und "Katrina" zu verhindern, wenn der Wirbelsturm "Dean" vermutlich am Mittwoch auf das Festland trifft.
Bis zu 100.000 Menschen müssten möglicherweise in Sicherheit gebracht werden, erklärte der Chef der amerikanischen Katastrophenschutzbehörde FEMA, David Paulison. Die Bürger entlang der südöstlichen Küste Texas' müssten höchst wachsam sein. "'Katrina' hat den Katastrophenschutz und die Bundesregierung aufgeweckt", erklärte Paulison. Nur wenn alle Ebenen zusammenarbeiteten, könne eine weitere Katastrophe verhindert werden. Nach "Katrina" wurde die FEMA heftig für ihre unzulänglichen Vorbereitungen kritisiert.
Dieses Mal soll es nicht soweit kommen: Der texanische Gouverneur Rick Perry hat bereits die Nationalgarde mobilisiert und sich von Präsident George W. Bush eine vorsorgliche Notstandserklärung unterzeichnen lassen. Such- und Rettungsteams sind in Alarmbereitschaft.
Die Behörden geben Sandsäcke aus, halten Notfallhubschrauber und sechs Lazarett-Flugzeuge bereit, verlegen Gefangene und eine Flotte von rund 1.300 Busse steht bereit, um Küstenorte zu evakuieren. Entlang der möglichen Fluchtrouten ließ der Gouverneur auch zusätzliches Benzin zu den Tankstellen bringen - bei der völlig chaotischen Flucht vor Hurrikan Katrina waren nicht nur alle Straßen verstopft, es hatte auch bald kein Benzin mehr für die Flüchtenden gegeben.
"Unsere Aufgabe ist ganz einfach. Wir müssen die Menschen aus der Todeszone, der Küste von Texas, herausbekommen", sagte der texanische Koordinator für den Katastrophenschutz, Johnny Cavazos. Zehn Millionen Liter Trinkwasser und auch vier Millionen Notrationen mit Trockennahrung stünden nun für den Notfall bereit, erklärten die Behörden. Auch das Rote Kreuz habe seine Notvorräte aufgestockt und in Texas zusammengezogen.
FEMA-Chef Paulison versichert, dass auch über die Grenze zusammengearbeitet werde: "Wir werden Menschen beschützen, ganz egal aus welchem land sie stammen." der Katastrophenschutz sei auf das Schlimmste vorbereitet. "Die USA werden es nicht mehr zulassen, ein Ereignis wie 'Katrina' zuzulassen."
"Dean" wurde als erster Wirbelsturm der Saison über dem Atlantik am Wochenende in die Kategorie 4 hochgestuft. Am Montag nahm er Kurs auf Mexiko. Das US-Hurrikan-Zentrum in Miami in Florida erwartete, dass "Dean" am Montag die Kategorie 5 erreichen würde - das ist die höchstmögliche Gefahrenstufe.
Der Sturm soll am Mittwoch im nördlichen Mexiko oder im südlichen Texas auf das Festland treffen. Selbst wenn das Zentrum des Hurrikan auf Mexiko treffen wird, werden die Ausläufer auch in Texas starke Regenfälle und Überschwemmungen mit sich bringen. Dabei sei die Erde in Texas bereits vollgesogen wie ein Schwamm, erklärten die Behörden.
Beim Durchzug des tropischen Sturms "Erin" wurden im Mittleren Westen der USA mindestens zwölf Menschen getötet. In den Bundesstaaten Minnesota und Oklahoma wurden nach US-Medienberichten vom Montag Straßen, Eisenbahnbrücken und Häuser durch Überschwemmungen zerstört.
In dramatischen Rettungseinsätzen mussten in Oklahoma zahlreiche Menschen mit Hubschraubern von Häuser- und Autodächern in Sicherheit gebracht werden. Der Ausläufer des tropischen Sturms "Erin" sollte in den kommenden Tagen weitere heftige Regenfälle bringen.
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