| 16.31 Uhr

Anschlag auf Pop-Konzert
Trauer um die Opfer von Manchester

Nach dem Anschlag: Manchester trauert
Manchester/Düsseldorf. Nach dem Anschlag in Manchester wird auch in Deutschland der Opfer gedacht. Von den britischen Behörden wurden weitere Personen identifiziert, die durch die Explosion nach dem Konzert gestorben sind.

Unter den Todesopfern von Manchester ist auch ein Ehepaar aus Polen. Das teilte das polnische Außenministerium am Mittwoch unter Berufung auf britische Behörden mit. Demnach habe das Ehepaar seine beiden Töchter von dem Popkonzert abholen wollen, als der Sprengsatz explodierte. Die Kinder seien in Sicherheit. Die Mädchen würden von britischen Behörden und dem polnischen Konsulat betreut. 

Fotos: Zahlreiche Opfer nach Explosion bei Popkonzert FOTO: ap

Am Montagabend war am Ende des Konzerts von Teenie-Star Ariana Grande in Manchester ein Sprengsatz detoniert. 22 Menschen wurden getötet und 59 weitere verletzt, darunter viele Kinder und Jugendliche, wie die Behörden mitteilten. Am zweiten Tag nach dem Anschlag waren nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden noch 20 Menschen in kritischem Zustand. Die Polizei in Manchester nannte den 22 Jahre alten Salman Abedi als Hauptverdächtigen für das Selbstmordattentat. Am Mittwoch nahm sie drei weitere Verdächtige fest.

Wahrscheinlich keine Opfer aus Deutschland

Deutsche Staatsangehörige sind bisher nicht unter den Opfern, wie unsere Redaktion vom Auswärtigen Amt erfuhr. Zwar seien noch nicht alle Toten durch die britischen Behörden identifiziert worden, hieß es. Es sei aber "mit großer Wahrscheinlichkeit" davon auszugehen, "dass sich keine deutschen Staatsangehörigen unter den Opfern des Anschlags in Manchester befinden". Nach Angaben der "WAZ" hatte ein Mann aus Essen das Konzert in Manchester besucht, war aber gegangen, bevor die Bombe explodierte. 

In Manchester gedachten am Dienstagabend Tausende mit einer Nachtwache der Opfer vom Montagabend. Viele hielten Schilder mit Aufschriften wie "Ich liebe Manchester" hoch und wollten damit Mut und Zuversicht demonstrieren.

Auch in Deutschland wurde der Opfer gedacht. Bundesinnenminister Thomas de Maizière ordnete eine bundesweite Trauerbeflaggung an. Sie sei ein "Zeichen der Anteilnahme und Solidarität nach dem grausamen Anschlag in Manchester". Auch mehrere Landesregierungen ordneten an, die Flaggen der Landesbehörden zum Zeichen der Trauer auf halbmast zu setzen, unter anderem Nordrhein-Westfalen. "Wir sind in Nordrhein-Westfalen mit unseren Gedanken in Manchester", sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD). "Unsere Anteilnahme gilt den Opfern dieses schrecklichen Anschlags und deren Angehörigen."

"Verwerflich und niederträchtig"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier trug sich in das Kondolenzbesuch der britischen Botschaft für die Opfer des Anschlags von Manchester ein. Er sprach den Angehörigen der Opfer auch im Namen aller Bundesbürger seine "tief empfundene Anteilnahme" aus. "Mit Trauer und Entsetzen hören wir die Nachrichten von der Tat und ihren Opfern", schrieb Steinmeier. "Fassungslos fragen wir uns, was Menschen Menschen antun können."

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schrieb in einem Kondolenztelegramm an die britische Premierministerin Theresa May, es sei "besonders verwerflich und niederträchtig, dass sich dieser Anschlag offenbar gezielt gegen Kinder und Jugendliche richtete". Die Bundesregierung verurteile "diesen Akt des Terrors auf das Schärfste".

(wer/dpa/AFP)
 
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