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Anschlag auf Armee-Gebäude
Viele Todesopfer bei Selbstmordattentat im Jemen

Aden. Bei einem Selbstmordanschlag auf Rekruten der Armee sind in der jemenitischen Hafenstadt Aden am Montag nach Angaben der Gesundheitsdienste 71 Menschen getötet und 98 weitere verletzt worden. Der Attentäter sprengte sich in einem Auto an einer großen Militärschule in die Luft.

Der Islamische Staat (IS) hat sich zu dem Selbstmordattentat auf das Rekrutierungszentrum im Jemen bekannt. Ein Kämpfer des Islamischen Staates habe sich in der Stadt Aden in die Luft gesprengt, meldete das IS-Sprachrohr Amak am Montag.

In Aden werden Soldaten für den Kampf gegen die schiitische Huthi-Miliz und gegen sunnitische Dschihadisten ausgebildet. Die Soldaten hätten sich darauf vorbereitet, nach Saudi-Arabien zu reisen, um an der nördlichen jemenitischen Grenze zu kämpfen. Sie hätten sich an einem Sammelpunkt in der Nähe zweier Schulen und einer Moschee getroffen, wo sie für den Einsatz registriert werden sollten, hieß es. Nach Angaben der Sicherheitskräfte gelang es dem Angreifer, mit seinem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug in das abgeriegelte Militärgelände vorzudringen, als das Eingangstor für einen Lieferwagen geöffnet wurde.

Bürgerkrieg im Jemen führt zu vielen Opfern

Die saudiarabische Nachrichtenagentur SPA berichtete am Montag von mehreren grenzüberschreitenden Angriffen aus dem Jemen, bei denen durch Granaten drei Kinder getötet und neun weitere Menschen verletzt wurden.

Im Jemen tobt ein Bürgerkrieg, in dem die international anerkannte Regierung sowie eine von Riad geführte Militärkoalition gegen die schiitischen Huthi-Aufständischen und mit ihnen verbündete Einheiten kämpfen, die loyal zu Ex-Staatschef Ali Abdullah Saleh stehen. Die Huthis hatten im September 2014 die Hauptstadt Sanaa erobert und anschließend weitere Städte und Regionen des Landes besetzt. Aden ist von der Regierung von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi zur provisorischen Hauptstadt des Jemen erklärt worden.

Die gewählte und international anerkannte sunnitische Regierung unter Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi musste zeitweise außer Landes fliehen, regiert jetzt aber von der im Süden gelegenen Hafenstadt Aden aus. Im Windschatten der Kämpfe konnten Ableger von Al-Kaida und der Terrormiliz Islamischer Staat im Jemen ihr Einflussgebiet ausbauen, vor allem im Süden des Landes.

Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsgruppen schätzen, dass seit März 2015 mindestens 9000 Menschen bei den Kämpfen starben. Zu diesem Zeitpunkt begann die von Saudi-Arabien geführte Koalition mit Luftangriffen auf die Huthis. Rund drei Millionen Menschen wurden in dem ärmsten arabischen Land vertrieben.

(rent/lai/ap/dpa)
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