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Geständnis vor Gericht
Als Held gefeierter Mann bestahl Opfer von Manchester-Anschlag

Nach dem Anschlag: Manchester trauert
London. Nach dem Anschlag von Manchester ließ er sich als Held feiern, knapp acht Monate später steht er nun als Betrüger da: Der Obdachlose räumte vor Gericht ein, dass er anstatt zu helfen zwei Opfer des Anschlags bestahl.

Überführt wurde der 33-Jährige durch Aufnahmen einer Überwachungskamera. Auf ihnen ist zu sehen, wie er die Geldbörse einer verletzten Frau stiehlt, deren Enkelin im Sterben lag. Der Angeklagte bekannte sich am Mittwoch außerdem schuldig, das Handy einer Jugendlichen entwendet zu haben. Das Gericht will am 30. Januar das Urteil in dem Fall verkünden.

Ein islamistischer Selbstmordattentäter hatte bei dem Anschlag nach einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande am 22. Mai 22 Menschen getötet. Der Obdachlose erlangte Bekanntheit, weil er nach der Explosion den am Boden liegenden Verletzten beigestanden haben soll. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft leistete er tatsächlich eine "begrenzte Hilfe", vor allem habe er aber die Notlage der Opfer ausgenutzt.

Der Obdachlose hatte britischen Medien nach dem Attentat gesagt, dass er vor dem Konzertsaal gebettelt habe, als sich der Selbstmordattentäter in die Luft sprengte. Anstatt wegzulaufen habe er versucht, den Verletzten zu helfen. Eine Frau sei in seinen Armen gestorben, außerdem habe er ein kleines Mädchen gerettet, dessen Mutter gerade getötet worden war.

Seine Geschichte hatte viele Menschen bewegt. Bei einer Crowdfunding-Kampagne wurden mehr als 50.000 Euro für ihn gesammelt. Das Geld wurde ihm allerdings nicht ausgehändigt.

(wer/afp/dpa)
 
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