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84 Tote in Frankreich
IS bekennt sich offenbar zu Anschlag von Nizza

Als der Terror nach Nizza kam
Als der Terror nach Nizza kam FOTO: afp
Nizza. Im Internet ist ein angebliches Bekennerschreiben des IS zum Anschlag von Nizza aufgetaucht. Es wurde über einen Medienkanal der Terrormiliz veröffentlicht. In Nizza gab es derweil Festnahmen.

Über das Bekenntnis des IS berichtendie Nachrichtenagenturen AFP, AP und dpa.

Der Angreifer sei einer der Soldaten des IS gewesen, teilte der IS über sein Sprachrohr Amak laut dpa am Samstag im Internet mit. Er habe mit seiner Tat auf Aufrufe reagiert, Bürger der Länder der internationalen Koalition zu treffen, die gegen den IS kämpft, zitiert AFP. Der Name des Attentäters wurde allerdings nicht erwähnt. Die Erklärung ließ sich zunächst nicht unabhängig verifizieren. 

Ermittler hatten betont, Verbindungen des Mannes zu Extremisten seien nicht bekannt. Am Abend sagte Ministerpräsident Manuel Valls jedoch dem Sender "France 2", der Mann habe mit Sicherheit "in der ein oder anderen Form Kontakt zum radikalen Islam gehabt". Auf Details ging er nicht ein.

Festnahmen in Nizza

Im Zusammenhang mit dem Lastwagen-Attentat in Nizza sind fünf Menschen festgenommen worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Paris am Samstag mit. Weitere Informationen gab es nicht. So blieben die Identität der Festgenommenen und die Gründe für die Verhaftung unklar. 

Zuvor hatten mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Ermittlerkreise gemeldet, die Festgenommenen sollen aus dem näheren Umfeld des 31-jährigen Tunesiers stammen, der vor zwei Tagen den Anschlag in Nizza verübt hatte.

Sowohl die Nachrichtenagentur AFP als auch die Zeitung "Nice-Matin" berichteten von den Festnahmen bei einem Polizeieinsatz – allerdings mit unterschiedlichen Zahlen. So wurden laut AFP vier Personen aus dem näheren Umfeld des Attentäters festgenommen. Die Agentur beruft sich auf Ermittlerkreise.

"Nice-Martin" berichtet unter Berufung auf Polizeiquellen von drei Festgenommenen.

Laut "Nice-Martin" fand der Einsatz, an dem offenbar auch Spezialkräfte der Eliteeinheit Raid beteiligt waren, am frühen Morgen gegen 6 Uhr statt. Weitere Einzelheiten wurden bislang nicht bekannt.

Die am Freitag festgenommene Ex-Frau des 31-jährigen Tunesiers, der am Donnerstag in der südfranzösischen Stadt mit einem Laster in eine feiernde Menschenmenge gerast war, befindet sich noch immer in Polizeigewahrsam.

Das französische Sicherheitskabinett trat in Paris erneut zusammen, um über die Folgen des Attentats zu beraten. An dem Treffen nehmen neben Präsident François Hollande unter anderem Premierminister Manuel Valls sowie die Minister für Inneres und Verteidigung, Bernard Cazeneuve und Jean-Yves Le Drian sowie Generalstabschef Pierre de Villiers teil.

Bei dem Anschlag wurden mehr als 80 Menschen getötet und mehr als 200 schwer verletzt.  16 Todesopfer konnten laut einem Krankenhaussprecher bislang nicht identifiziert werden. 

(das/AFP/AP/dpa)
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