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Trotz Empfang von Signalen
Immer noch keine Spur von vermisstem argentinischen U-Boot

Argentinien: Trotz Signalen immer noch keine Spur von vermisstem U-Boot
Ein Foto von 2014 zeigt das U-Boot "ARA San Juan" in Buenos Aires, (Argentinien). FOTO: Argentinische Marine/AP/dpa
Mar del Plata. Der Empfang von sieben schwachen Signalen hat Hoffnung geweckt. Doch noch immer fehlt von dem vermissten argentinischen U-Boot mit 44 Menschen an Bord jede Spur. Nun wird die Suche ausgeweitet. 

Nach dem Empfang möglicher Notsignale hat sich die Suche nach dem seit Mittwoch im Südatlantik vermissten U-Boot der argentinischen Marine intensiviert. An ihr beteiligten sich am Sonntag Flugzeuge und Schiffe aus Argentinien, Brasilien, Großbritannien, Chile und Uruguay sowie unter anderem vier unbemannte Mini-U-Boote der US-Marine und ein Nasa-Suchflugzeug. Erschwert wurde ihre Suche durch anhaltend heftige Stürme und hohen Wellengang. Das Wetter sollte sich erst am Dienstag bessern.

Die Hoffnung, die "ARA San Juan" mit ihrer 44-köpfigen Besatzung zu finden, war am Samstag zunächst wieder gewachsen. Nach Angaben des argentinischen Verteidigungsministeriums wurden insgesamt sieben Satelliten-Anrufversuche zu Militärstützpunkten registriert. Allerdings waren die Signale zu schwach, um Kontakt herstellen zu können. Marinesprecher Enrique Balbi konnte später nicht einmal bestätigen, dass sie von dem vermissten U-Boot stammten.

Technische Probleme möglich

Die "ARA San Juan" war auf dem Rückweg von einem Routineeinsatz zu ihrem Stützpunkt in Mar del Plata, etwa 400 Kilometer südlich der Hauptstadt Buenos Aires, als der Kontakt abbrach. Dort konzentriert sich nun auch die Suche nach ihr. Derzeit schließt die argentinische Marine keine Hypothese aus. Am wahrscheinlichsten hält sie ein technisches Versagen, etwa ein Problem mit der Stromversorgung, wodurch die Kommunikation mit dem Boot unterbrochen wurde.

Das 65 Meter lange und sieben Meter breite Diesel-Elektro-Boot vom Typ TR-1700 wurde in der Werft Thyssen Nordseewerke in Emden gebaut und lief 1983 vom Stapel. 2007 und 2014 wurde die "ARA San Juan" generalüberholt. ARA steht für Armada de la República Argentina (Flotte der Republik Argentinien) und ist im Namen sämtlicher argentinischer Kriegsschiffe enthalten. Die argentinische Marine verfügt über insgesamt drei U-Boote aus deutscher Produktion.

Der aus Argentinien stammende Papst Franziskus sagte, er bete für die Sicherheit der Besatzung. Zu ihr gehört auch die erste U-Bootoffizierin Argentiniens und ganz Südamerikas, die 35-jährige Eliana Krawczyk.

(oko/AFP)
 
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