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Bischof Richard Williamson: Argentinien weist Holocaust-Leugner aus

zuletzt aktualisiert: 19.02.2009 - 21:58

Buenos Aires (RPO). Der Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson muss Argentinien verlassen. Der britische Geistliche müsse innerhalb von zehn Tagen ausreisen, sonst werde er ausgewiesen, teilte das argentinische Innenminsiterium am Donnerstag mit.

Der wieder in den Schoß der Kirche aufgenommene britische Bischof Richard Williamson hat mehrfach den Holocaust geleugnet.  Foto: ddp, ddp
Der wieder in den Schoß der Kirche aufgenommene britische Bischof Richard Williamson hat mehrfach den Holocaust geleugnet. Foto: ddp, ddp

Williamson war wegen seiner Leugnung des Holocausts erst vor zehn Tagen die Leitung des Priesterseminars der traditionalistischen Pius-Bruderschaft im argentinischen La Reja entzogen worden. "Die Äußerungen von Monsignore Williamson geben in keiner Weise die Position unserer Gemeinschaft wieder", erklärte der Leiter der Bruderschaft in Südamerika, Christian Bouchacourt.

Trotz des Aufrufs des Vatikans zum Widerruf seiner Holocaust-Leugnung hielt Williamson an seinen Äußerungen fest. Ein katholischer Bischof könne mit "kirchlicher Autorität" nur über Themen sprechen, die den Glauben und die Moral betreffen, fügte Bouchacourt demnach hinzu. "Unsere Bruderschaft beansprucht für sich keinerlei Autorität in anderen Fragen."

Er wolle zunächst die historischen Beweise für den Holocaust prüfen, sagte Williamson dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Aufgrund seiner "Recherchen in den achtziger Jahren" sei er von der Richtigkeit seiner Äußerungen über den Holocaust überzeugt gewesen, sagte Williamson. Bei der Bewertung des Holocaust gehe es "um historische Beweise, nicht um Emotionen".

"Und wenn ich diese Beweise finde, dann werde ich mich "korrigieren", fügte Williamson hinzu. Wenn die Beweise ihn aber "nicht überzeugten, "dann tue ich alles, was in meiner Kraft liegt, um unter keinen Umständen die Kirche und die Priesterbruderschaft weiter zu beschädigen".

Ein Sprecher des Vatikans, Federico Lombardi, sagte am Donnerstagabend in Rom, es gebe keinen Kommentar zum Vorgehen der argentinischen Behörden. Wann Williamson das Land verlässt, war zunächst nicht bekannt. Bei einem Anruf in der Pius-Bruderschaft in Argentinien sagte ein Sprecher, Williamson sei noch im Land, ehe er aufhängte.

Auslöser der Diskussion um Williamson war ein Interview mit dem schwedischen Fernsehen, in dem dieser kurz vor der Aufhebung seiner Exkommunikation durch Papst Benedikt XVI. im Januar sagte, er denke, dass "200.000 bis 300.000 Juden in den Konzentrationslagern gestorben" seien, aber "nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern".

Quelle: AP

 
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