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  Foto: afp, GIUSEPPE CACACE
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3000 Tote: Asbest-Prozess: 16 Jahre Haft für Verantwortliche

zuletzt aktualisiert: 13.02.2012 - 15:47

Turin (RPO). In einem Mammutprozess um den Tod hunderter italienischer Arbeiter an Asbest-Vergiftungen sind hohe Haftstrafen verhängt worden. Das Gericht in Turin verurteilte den Schweizer Milliardär und Unternehmer Stephan Schmidheiny und seinen belgischen Geschäftspartner Baron Louis de Cartier am Montag in erster Instanz zu jeweils 16 Jahren Gefängnis. Außerdem bewilligten die Richter in dem Strafverfahren Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe.

Asbest ist stark gesundheitsgefährdent. Jedes Jahr sterben in Deutschland ca. 1000 Menschen durch erhöhte Asbest-Belastung. Foto:
Asbest ist stark gesundheitsgefährdent. Jedes Jahr sterben in Deutschland ca. 1000 Menschen durch erhöhte Asbest-Belastung. Foto:

In dem Ende 2009 begonnenen Prozess hatte die Staatsanwaltschaft die beiden Angeklagten als Einzelpersonen für das italienische Eternit-Unternehmen und damit für etwa 3000 Asbest-Opfer verantwortlich gemacht. Diese litten unter den Folgen der Asbest-Verarbeitung oder seien daran gestorben. Die beiden Beklagten waren bei der Verkündung des Urteils nicht dabei. Sie waren eines "vorsätzlichen Desasters" angeklagt.

Schmidheiny habe in der italienischen Eternit-Gruppe Sicherheitsmaßnahmen nicht eingehalten und damit eine Katastrophe verursacht, so die Staatsanwaltschaft. Die Anklage hatte 20 Jahre Haft gefordert und Schadenersatz in Millionenhöhe.

Die Verteidiger sprachen von schwerwiegenden Verfahrensmängeln und kündigten Berufung an. Schmidheiny sei nie operativ Verantwortlicher oder Verwaltungsrat der italienischen Eternit-Gruppe gewesen. Bis zur Insolvenz der italienischen Eternit 1986 seien dort mehr als 60 Millionen Schweizer Franken unter anderem in die Arbeitsplatzsicherheit investiert worden.

Geschädigte, Angehörige und Gemeinden hatten sich den Klagen angeschlossen. Schmidheiny hatte den Betroffenen und der Kommune Casale Monferrato, Sitz einer Eternit-Produktionsstätte, eine Entschädigung angeboten, die abgelehnt wurde. Allein in Casale sollen 1800 Menschen an Asbest-Vergiftungen gestorben sein und jährlich 50 Fälle hinzukommen. Italien hat die Asbestverarbeitung 1992 verboten.

Quelle: AFP, dpa

 
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