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Doppelanschlag in Indonesien: Attentäter waren als Gäste in den Hotels

zuletzt aktualisiert: 17.07.2009 - 12:15

Jakarta (RPO). Zwei gewaltige Sprengsätze haben am Freitagmorgen (MESZ) binnen weniger Minuten das Ritz-Carlton und das Marriott verwüstet und mindestens neun Menschen in den Tod gerissen. Etwa 50 weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Regierung in Jakarta geht von koordinierten Anschlägen aus. Die Attentäter hätten zuvor als Gäste in den Hotels eingecheckt.

Die Fassade der beiden Hotels wurden von der Wucht der Detonation teilweise weggerissen, dichte Rauchwolken stiegen zum Himmel empor. Die Straße vor den Hotels war von Trümmern und Glassplittern übersät. Nach Angaben des Sicherheitsministeriums in Jakarta wurde ein 62-jähriger Mann aus Neuseeland getötet. Mindestens 17 weitere Ausländer wurden verletzt. Sie kommen aus den USA, Kanada, Australien, Hongkong, Indien, Südkorea, Italien, Großbritannien, Norwegen und den Niederlanden. Insgesamt sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen und weitere 50 zum Teil schwer verletzt.

Ein Augenzeuge berichtete, er habe zunächst eine laute Explosion im Marriott gehört. Etwa fünf Minuten später sei dann auch im Ritz eine Bombe detoniert. Regierungssprecher Dino Patti Djalal beschrieb die Szene am Tatort nach seiner Ankunft als gespenstisch: "Ich sah Leichen. Einige wurden gerade geborgen, andere lagen noch am Boden."

Die Regierung geht bei den Anschlägen von einem Terroranschlag aus. Als Urheber wurde bislang das Netzwerk Jemaah Islamiyah vermutet. Ersten Ermittlungen zufolge hatten die Attentäter als Gäste in den Hotels eingecheckt.

Rückschlag für Anti-Terror-Politik der Regierung

Der indonesische Terrorismusexperte Rohan Gunaratna erklärte jedoch in einer ersten Analyse: "Die einzige Gruppe mit der Absicht und dem Potenzial, Angriffe auf westliche Ziele auszurichten, ist Jemaah Islamiyah."

Präsident Susilo Bambang Yudhoyono versprach in einer Fernsehansprache, die Verantwortlichen zur Strecke zu bringen. Die Regierung ist in den vergangenen Jahren mit aller Härte gegen Terrorverdächtige vorgegangen, nachdem im Oktober 2002 mehr als 200 Menschen bei der Bombardierung von zwei Nachtclubs auf Bali ums Leben gekommen waren. 2003 war das Marriott-Hotel in Jakarta schon einmal Ziel eines Anschlags, bei dem zwölf Menschen getötet wurden.

Seit fast vier Jahren hat es Indonesien jedoch keinen größeren Terroranschlag mehr gegeben. Die Regierung wertete dies als Erfolg ihrer Sicherheitspolitik. Sprecher Djalal räumte deshalb ein, dass die jüngsten Attentate einen Rückschlag markierten. Er fügte aber hinzu: "Der Präsident hat seinen Ruf mit seiner Anti-Terror-Politik begründet. Er wird jeden jagen, der dahinter steckt - da sollte sich niemand täuschen." Präsident Yudhoyono wurde erst zehn Tage vor den Anschlägen wiedergewählt, das amtliche Endergebnis soll aber erst Ende Juli veröffentlicht werden.

Manchester United sagt Spiel in Jakarta ab

Der englische Fußball-Meister Manchester United hat aufgrund der Anschläge sein für Montag geplantes Gastspiel in Indonesien gegen ein einheimisches Allstar-Team abgesagt. Die Entscheidung fällte der Klub am Freitag in Malaysia einen Tag vor einem Auftritt in Kuala Lumpur.

Das Team des früheren Champions-League-Siegers sollte im Rahmen seiner Asien-Tour nach dem Match in Malaysia nach Jakarta weiterreisen und im Ritz-Carlton-Hotel sein Quartier beziehen, wo am Freitagmorgen eine der Bomben detonierte. ManU setzt seine PR-Tour durch Asien voraussichtlich mit weiteren Spielen in Südkorea und China fort.

Quelle: AP

 
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