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Augenzeugenberichte
Mindestens 150 Tote nach Boko-Haram-Angriff auf Dorf

Augenzeugen: Mindestens 150 Tote nach Boko-Haram-Angriff auf Dorf
Immer wieder sind nigerianische Truppen in Kämpfe mit Boko Haram verwickelt. FOTO: dpa, nb lb
Kano . Bei einem Angriff der Islamistengruppe Boko Haram auf ein Dorf im Nordosten Nigerias sind Augenzeugenberichten zufolge bis zu 150 Menschen ums Leben gekommen. Viele Opfer seien auf der Flucht in einem Fluss ertrunken

Zahlreiche andere seien bei dem Angriff am vergangenen Donnerstag erschossen worden.

Dutzende Angreifer seien mit Motorrädern und einem Auto in das Dorf eingefallen und hätten sofort das Feuer eröffnet, berichteten die Augenzeugen. Viele Dorfbewohner, vor allem Frauen und Kinder, seien in Panik in Richtung des Flusses gerannt, sagte der Dorfbewohner Bukar Tijjani. Dabei seien sie von den Angreifern verfolgt worden, die weiter auf sie geschossen hätten. Um den Angreifern zu entkommen, seien viele Dorfbewohner in den Fluss gesprungen.

"Viele sind ertrunken", sagte der Dorfbewohner Modu Balumi. Einer der Angreifer habe gezielt einen Fischer erschossen, der versucht habe, die Ertrinkenden zu retten. Der Fluss habe nach heftigen Regenfällen viel Wasser geführt, sagte Balumi. Viele der Leichen seien einige Kilometer flussabwärts von Anwohner aus dem Fluss gezogen worden.

Die Dorfbewohner gehen den Angaben zufolge von 150 Toten aus. Ein örtlicher Regierungsvertreter bestätigte den Angriff, sprach aber von rund 50 Todesopfern.

Der Angriff auf das Dorf ereignete sich den Angaben zufolge bereits am Donnerstag. Weil die Extremisten die Telekommunikationsmasten in der Gegend zerstörten, dauerte es aber fünf Tage, bis die Nachricht an die Öffentlichkeit drang. Das Dorf Kukuwa-Gari liegt rund 50 Kilometer von Damaturu entfernt, der Hauptstadt des Bundesstaates Yobe. Es war zuletzt Ende Juli von Boko-Haram-Kämpfern angegriffen worden, die mindestens zehn Dorfbewohner töteten und Häuser, Vorräte und Vieh in Brand steckten.

Boko Haram kämpft seit sechs Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Staats im muslimisch geprägten Norden Nigerias. In dem Konflikt wurden nach UN-Angaben bereits mehr als 15.000 Menschen getötet. In den vergangenen Monaten wurde die Islamistengruppe durch eine gemeinsame Militäroffensive Nigerias und seiner Nachbarländer geschwächt. Als Reaktion verübten die Extremisten vermehrt Selbstmordanschläge in Nigeria, Kamerun und im Tschad. In Nigeria wurden seit Mai bei Angriffen und Anschlägen mehr als tausend Menschen getötet.

Die Region Gujba im Bundesstaat Yobe, wo auch Kukuwa-Gari liegt, hatte in der Vergangenheit stark unter der Gewalt gelitten. Seitdem die Armee das Gebiet im März zurückerobert hatte, war es dort aber etwas ruhiger geworden.

(AFP)
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