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Anders Breivik
Ausstellung zu Breivik-Attentaten ist schon vor Eröffnung umstritten

Ausstellung zu Breivik-Attentaten ist schon vor Eröffnung umstritten
FOTO: afp, ODD ANDERSEN
Oslo. Die norwegische Regierung will vier Jahre nach den Attentaten des Rechtsextremen Anders Behring Breivik, der in Oslo 77 Menschen tötete, eine Ausstellung zu den damaligen Vorgängen eröffnen. Das Vorhaben, das für den Jahrestag am 22. Juli angekündigt wurde, löste bereits im Vorfeld heftige Debatten aus.

"Ein Breivik-Museum im Regierungsviertel? - Nein, danke!", twitterte John Christian Elden, einer der Anwälte der Nebenkläger aus dem Prozess, in dem Breivik zu einer Haftstrafe von mindestens 21 Jahren verurteilt wurde.

Der Grünen-Vertreter Anders Skyrud Danielsen warnte vor der Gefahr, eine "Pilgerstätte für Rechtsextreme" einzurichten. Zu den Ausstellungsstücken gehören Trümmerteile eines in die Luft gejagten Autos, eine Uniform und ein gefälschter Ausweis, mit dem Breivik sich als Polizist ausgegeben hatte.

Ein Großteil der Opfer des Massakers waren Mitglieder der Jugendorganisation der Arbeiterpartei, die sich zu einem Sommerlager auf der Insel Utöya bei Oslo aufhielten. In seinem Prozess bezeichnete Breivik seine Taten als "notwendig" und beharrte auf seinem rechtsextremen Gedankengut.

Die Ereignisse des 22. Juli 2011 blieben für die Überlebenden eine "klaffende Wunde", räumte der Minister für Gebietskörperschaften und Staatsreform, Jan Tore Sanner, ein. "Aber wir müssen diese schmerzhafte Seite unserer Geschichte überwinden." Auf Utöya soll am 22. Juli eine Gedenkstätte für die Opfer von Breiviks Taten eröffnet werden. Die meisten waren jünger als 20 Jahre.

(AFP)
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