Buschbrände, Sturm, Überschwemmungen: Australien von immer neuen Katastrophen geplagt
zuletzt aktualisiert: 06.02.2011 - 13:11Perth (RPO). Die Serie von Naturkatastrophen in Australien reißt nicht ab: Nach dem Durchzug des Zyklons "Yasi" hielten am Wochenende neue Überschwemmungen im Osten des Landes die Rettungskräfte in Atem, während im Westen Buschfeuer außer Kontrolle gerieten. Derweil gingen im Bundesstaat Queensland nach dem Durchzug von "Yasi" die Aufräumarbeiten weiter.
Im Zusammenhang mit "Yasi" stehende trockene Winde fachten drei Buschfeuer nahe der Stadt Perth an der Westküste des Landes an. Es seien bereits einige Häuser zerstört worden, unklar sei aber noch, wieviele, sagte eine Sprecherin der Einsatzkräfte am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Die Situation sei "ziemlich übel". Laut Medienberichten gingen in der Region um Roleystone südlich von Perth bis zu 20 Häuser in Flammen auf.
Die Behörden warnten, die Buschfeuer bedrohten Menschenleben und Häuser. Sie forderten die Bevölkerung auf, "sofort zu handeln um zu überleben". Mehr als 150 Menschen brachten sich vor den haushohen Flammen in Notunterkünften in Sicherheit. Löschflugzeuge mussten wegen starker Winde ihren Einsatz abbrechen.
Im südöstlichen Bundesstaat Victoria mussten sich tausende Menschen in Sicherheit bringen, nachdem es im Zuge des Wirbelsturms "Yasi" zu heftigen Regenfällen und Sturzfluten gekommen war. In Melbourne, der zweitgrößten Stadt Australiens, fielen in der Nacht zu Samstag 175 Millimeter Regen. In der 50.000-Einwohner-Stadt Mildura fiel an einem einzigen Tag so viel Regen wie sonst in einem Jahr, rund 200 Häuser wurden überflutet. Bei den Rettungsstellen gingen tausende Notrufe ein.
Nahe der Stadt Wagga Wagga starb am Sonntag ein Mann, als er mit seinem Lastwagen einen Hochwasser führenden Bach überqueren wollte und der Laster von den Fluten fortgerissen wurde. Heftige Regenfälle wurden auch in der Wüstenstadt Alice Springs im Bundesstaat Northern Territory erwartet.
Victoria gedachte am Wochenende zudem der 173 Menschen, die vor genau zwei Jahren bei verheerenden Buschbränden ums Leben gekommen waren. "Uns stehen große Probleme in Victoria bevor", sagte Premierministerin Julia Gillard angesichts der Überschwemmungen. "Das wird den Menschen als besonders brutal erscheinen, da Victoria nun den zweiten Jahrestag der verheerenden Buschfeuer begehen wird."
Der Wirbelsturm "Yasi" war in der Nacht zum Donnerstag auf den nordöstlichen Bundesstaat Queensland getroffen. Der Zyklon der höchsten Stärke fünf war einer der heftigsten Stürme, die Australien jemals erlebte. Wie durch ein Wunder kam aber nach bisherigem Kenntnisstand niemand direkt durch den Sturm ums Leben. Die Bewohner waren am Wochenende mit den Aufräumarbeiten beschäftigt, sie wurden von 4000 australischen Soldaten unterstützt.
Die australische Regierung rechnet mit Schäden in Höhe von hunderten Millionen von Euro. Die Region war bereits in den vorherigen Wochen von heftigen Überschwemmungen betroffen, Experten rechnen mit einem Gesamtschaden für die Landwirtschaft in Höhe von umgerechnet rund einer Milliarde Euro.
Von dem Überschwemmungen und dem Zyklon "Yasi" trug auch das berühmte Great Barrier Reef vor der australischen Ostküste schwere Schäden davon. An den Stränden der Region wurden bereits zerbrochene Korallenteile angeschwemmt. Laut Experten könnte das Riff zehn Jahre brauchen, um sich zu erholen
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