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Israeli erfüllt Kinderwünsche
Babys übers Internet bestellen
Das Leihmutter-Prinzip in Indien
Das Leihmutter-Prinzip in Indien FOTO: SWR
(RP). Der israelische Unternehmer Doron Mamet erfüllt den Kinderwunsch – über künstliche Befruchtung und Leihmütter aus Indien. Diese internationale Vermittlung ist erheblich billiger als in den USA. Kinder werden so einfach bestellt wie ein Luxusauto. Von Ludwig Jovanovic

Der unerfüllte Kinderwunsch – er belastet Beziehungen, lässt Frauen und Männer verzweifeln und nach jedem Strohhalm greifen. Der israelische Geschäftsmann Doron Mamet kann das gut nachvollziehen. Schließlich haben er und sein homosexueller Lebenspartner all das durchgemacht, bis sie die Lösung gefunden hatten: Für 140.000 Dollar hat er sich bei einem amerikanischen Unternehmen ein Kind "gekauft". Gemeinsam suchten sie sich eine Spenderin aus, die Eizellen zur Verfügung stellte. Mit einer Samenspende der beiden Homosexuellen wurden die dann befruchtet. Eine Leihmutter trug das Kind aus. Nach neun Monaten waren Mamet und sein Partner Väter einer Tochter.

Weil sich in seinem Bekanntenkreis aber so viele Menschen danach erkundigten – die aber nicht so viel Geld bezahlen konnten – kam Mamet auf die Idee, auch ihnen den Wunsch nach einem Kind zu erfüllen. Zu einem sehr viel niedrigeren Preis. Dank der Globalisierung.

Für 56.000 Dollar

Zwar bietet er mit seinem Unternehmen "Tammuz" (der summerische Gott der Vegetation und der Fruchbarkeit) auch die Möglichkeit an, genau wie er, das ganze Verfahren in den USA durchführen zu lassen. Aber billiger ist es, wenn die Eizelle zunächst in den USA befruchtet wird. Wenn sich dann ein Embryo entwickelt, wird er nach Indien gebracht und dort einer Leihmutter eingepflanzt, die das Kind austrägt. So belaufen sich die Kosten auf 56.000 Dollar.

Lässt man sogar die künstliche Befruchtung in Indien vornehmen, dann kann der Preis auch auf knapp 31.000 Dollar fallen. Wie viel genau bezahlt wird, hängt davon ab, ob bei einem Paar beispielsweise die zukünftige Mutter selbst die Eizellen spendet oder man eine Spenderin benötigt. Wem Indien zu weit ist, um das Kind abzuholen, der kann die Dienste in Südafrika in Anspruch nehmen.

Mehr als 2000 Kinderwünsche

Mehr als 2000 Kinderwünsche sind bereits bei dem Unternehmen "Tammuz" eingegangen und werden dort betreut – auch wenn es nach Menschenhandel klingt, was in der Film-Dokumentation "Google Baby" gezeigt wird.

Doch Mamet und die indische Ärztin Nayna Patel betonen, dass sie ihre Dienst nicht wahllos anbieten. Wer zu ihnen kommt, muss einen Leidensweg hinter sich haben: Paare, bei denen feststeht, dass sie keine Kinder bekommen können. Oder homosexuelle Lebensgemeinschaften. Die Frauen, die im Zweifelsfall ihre Eizellen spenden, werden nicht ausgebeutet, sondern gut dafür bezahlt. Ebenso wie die indischen Leihmütter: Umgerechnet 5000 Dollar erhalten sie dafür, dass sie neun Monate lang ein fremdes Kind austragen – sehr viel Geld für indische Verhältnisse. Zudem müssen sie zuvor mindestens eine erfolgreiche eigene Schwangerschaft hinter sich haben und werden rund um die Uhr betreut.

Ein Tabuthema

Und doch ist es selbst in Indien ein Tabuthema. "Ich sage, dass meine Frau in die USA gegangen ist, um dort zu arbeiten", gibt ein Ehemann leicht verlegen zu. Die Nachbarn und die Familie sollen nichts davon erfahren, dass sie ihren Körper verleiht – für Fremde. Einen Kontakt zwischen den zukünftigen Eltern und der Leihmutter wird es nicht geben. Und das Kind wird sie direkt nach der Geburt aus den Händen geben müssen. Allerdings scheinen die Frauen keine innere Bindung zu den Kindern zu haben.

Auch wenn alle Beteiligten daran nichts Verwerfliches finden – es bleibt der Eindruck, dass da etwas Unmoralisches geschieht. Anscheinend auch bei den Männern und Frauen in Indien, die darüber aber in ihrem Umfeld kaum offen reden. Unbehagen schleicht sich auch ein, wenn man erfährt, dass bereits eine 57-Jährige bei "Tammuz" angerufen hat. Sie habe zwar keinen Mann, möchte aber trotz ihres Alters unbedingt Kinder haben.

Wie ein Luxusauto?

Sind Babys am Ende so einfach zu beschaffen wie ein Luxusauto? Zu einem deutlich günstigeren Preis allerdings, aber mit ähnlicher Wartezeit? Und kann man sich Ei- und Samenspender einfach aus einem Katalog aussuchen wie die Farbe der Lackierung? Mamet wehrt sich gegen die Denkweise, dass es sich bei den Embryonen um eine Art Ware handle. Völlig unabhängig davon, wo das Kind herkommt, ob über das Internet oder über den natürlichen Weg: "Am Ende ist das Kind das Ergebnis der Liebe und der damit verbundenen Sehnsucht der Paare nach einem Kind."

Daneben steht, dass sich ein japanischen Ehepaar scheiden ließ – während in Indien eine Frau schwanger mit ihrem Kind war. Per Gericht wollten indischen Behörden die Leihmutter dann zwingen, das Kind als ihres anzunehmen. Sie weigerte sich jedoch. Am Ende nahm die Großmutter des biologischen Vaters das Mädchen in Japan auf – drei Monate nach seiner Geburt.

Quelle: RP
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