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Balkanroute
Balkanländer beschränken Einreise von Flüchtlingen

Balkanroute: Balkanländer beschränken Einreise von Flüchtlingen
Die Slowenen bauen einen Zaun an der kroatischen Grenze FOTO: 87
Skopje. Mazedonien, Serbien und Kroatien haben nach UN-Angaben die Einreise von Flüchtlingen beschränkt. Die drei Länder auf der Balkanroute ließen fast nur noch Menschen aus den Kriegsländern Syrien, Irak und Afghanistan über die jeweiligen Grenzen, erklärte das UN-Flüchtlingshilfswerk am Donnerstag.

Eine UNHCR-Sprecherin in Mazedonien erläuterte, Skopje habe sich zu der Beschränkung entschlossen, weil auch die serbischen Behörden nur noch Menschen aus Kriegsgebieten einreisen ließen. An der mazedonischen Grenze stauen sich deshalb auf der griechischen Seite Hunderte Menschen, wie die dortige Polizei meldete. Der Grenzübergang Idomeni sei praktisch geschlossen. Dort warte unter anderen eine Gruppe von 300 Iranern auf Durchlass, weitere 2500 Menschen harrten in einem nahen Lager aus.

Eine UNHCR-Sprecherin in Serbien ergänzte, die Grenzregularien seien über Nacht geändert worden. Nach ihrer Darstellung dürfen Menschen aus Marokko, Sri Lanka, Sudan, Liberia, Kongo und Pakistan nicht mehr von Griechenland nach Mazedonien einreisen.

An der serbisch-mazedonischen Grenze wiederum ließen die Serben nur noch Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak hinein. Deshalb säßen nun dort 200 Menschen im Niemandsland fest, sagte Sprecherin Melita Sunjic. Auch die Kroaten erlaubten nur noch Menschen aus den drei Kriegsländern plus Palästina die Weiterreise Richtung Norden.

Über die Balkanroute kamen in den vergangenen Wochen Hunderttausende nach Deutschland, Österreich, Schweden und andere EU-Länder. Die Flüchtlinge fahren meist zunächst mit Booten aus der Türkei ins EU-Land Griechenland und von dort aus weiter Richtung Norden.

(ap/dafi)
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