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Nach Unruhen in Baltimore
Tausende US-Bürger demonstrieren gegen Polizeigewalt

Baltimore: Eine Stadt in Unruhe
Baltimore: Eine Stadt in Unruhe FOTO: Frank Herrmann
Baltimore / New York City. Nach zwei unruhigen Nächten ist die US-Großstadt Baltimore etwas zur Ruhe gekommen. Zwar gingen immernoch tausende Menschen gegen Polizeigewalt auf die Straße, doch die Proteste blieben weitgehend friedlich. Auch in anderen Großstädte gab es Demonstrationen.

Mehrere tausend US-Bürger haben am Mittwoch an der Ostküste gegen Polizeigewalt gegen Schwarze demonstriert. In Baltimore, wo es in den vergangenen Tagen schwere Ausschreitungen gegeben hatte, marschierten tausende Menschen weitgehend friedlich vom Bahnhof zum Rathaus, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Nach Polizeiangaben wurden mehrere Menschen festgenommen. Auch in Washington, New York und Boston gab es Proteste.

Die Demonstranten in Baltimore, darunter zahlreiche Schüler und Studenten, skandierten "Keine Gerechtigkeit, kein Frieden". Am Ziel des Protestmarsches, dem Rathaus, herrschte eine starke Polizeipräsenz. Mit Megafonen wurden die Demonstranten daran erinnert, dass ab 22.00 Uhr (04.00 Uhr MESZ) eine Ausgangssperre gilt. Zu Beginn der Ausgangssperre waren noch mehrere hundert Demonstranten vor Ort. Im Laufe des Tages wurden nach Polizeiangaben 18 Menschen festgenommen. In der Nacht zum Mittwoch hatte es 35 Festnahmen gegeben.

Fotos: Ausgangsperre nach Krawallen in Baltimore FOTO: ap

Das nächtliche Ausgehverbot ist zunächst für eine Woche bis jeweils 05.00 Uhr in Kraft. Meist jugendliche Afroamerikaner hatten sich in der Nacht zum Dienstag in Baltimore Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Autos und Gebäude gingen in Flammen auf, Geschäfte wurden geplündert.

Zum Anlass für die Gewalt nahmen die Randalierer den Tod des jungen Schwarzen Freddie Gray, der bei seiner Festnahme Mitte April so schwere Verletzungen am Rückenmark erlitten hatte, dass er eine Woche später starb. Viele Afroamerikaner sehen Gray als jüngstes Opfer in einer Serie tödlicher Polizeieinsätze gegen Schwarze in den USA.

Fotos: Proteste trotz verhängter Ausgangssperre in Baltimore FOTO: ap

Der Gouverneur des Bundesstaates Maryland, Larry Hogan, hatte als Reaktion auf die Krawalle den Ausnahmezustand für Baltimore ausgerufen. Außerdem mobilisierte er die Nationalgarde, die gemeinsam mit Bereitschaftspolizisten in den Straßen patrouillierte. Bereits am Wochenende waren zunächst friedliche Proteste in Gewalt umgeschlagen. Sowohl die Behörden in Baltimore als auch das US-Justizministerium haben Ermittlungen zu Grays Tod eingeleitet. Sechs Beamte wurden für die Zeit der Untersuchung vom Dienst suspendiert.

In Washington zogen am Mittwoch etwa 1000 Menschen zum Weißen Haus. Der Protest in der Hauptstadt blieb friedlich. In New York versammelten sich tausende Demonstranten auf dem Union Square im Stadtteil Manhattan. Laut dem Nachrichtensender CNN wurden 60 Demonstranten festgenommen. Ein kleinere Demonstration fand laut US-Medien in Boston statt.

(AFP)
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