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Ausschreitungen in Baltimore
Obama: Ausschreitungen in Baltimore nicht zu entschuldigen

Fotos: Ausgangsperre nach Krawallen in Baltimore
Fotos: Ausgangsperre nach Krawallen in Baltimore FOTO: ap
Washington. Die Plünderungen und die Gewalt gegen Polizisten in Baltimore sind nach den Worten von US-Präsident Barack Obama nicht zu entschuldigen. "Wenn Einzelne sich Brecheisen besorgen und Türen aufbrechen, um zu plündern, protestieren sie nicht. Sie machen kein Statement. Sie stehlen".

US-Präsident Barack Obama hat die schweren Ausschreitungen in Baltimore wegen des Todes eines Schwarzen im Polizeigewahrsam scharf verurteilt. Für die Krawalle gebe es "keine Entschuldigung", sagte Obama am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. "Wenn Menschen Brecheisen nehmen und Türen aufstemmen, um zu plündern, dann demonstrieren sie nicht." Die "sinnlose Gewalt und Zerstörung" durch die Randalierer sei "kontraproduktiv", sagte er.

Der Präsident zeigte aber Verständnis für die Sorgen der afroamerikanischen Bevölkerung angesichts der jüngsten Fälle tödlicher Polizeigewalt. Bei "zu vielen Gelegenheiten" hätten Polizisten "vornehmlich Afroamerikaner" in einer Weise behandelt, die "beunruhigende Fragen" aufwerfe. "Ich glaube, wir als Land müssen in uns gehen", sagte er. Obama sprach im Zusammenhang mit der Benachteiligung von Afroamerikanern durch die Polizei von einer "Krise", die keineswegs neu sei. Durch Videoaufnahmen und soziale Netzwerke im Internet sei aber ein "neues Bewusstsein" für das Problem entstanden.

Im Anschluss an die Trauerfeier für den jungen Schwarzen Freddie Gray hatten Randalierer in Baltimore am Montag Polizisten mit Steinen und Flaschen angegriffen. Mindestens 15 Beamte erlitten Verletzungen, Medienberichten zufolge wurden mehr als 200 Menschen festgenommen. Die Behörden riefen den Ausnahmezustand aus und verhängten eine einwöchige nächtliche Ausgangssperre.

Viele Afroamerikaner sehen Gray als das jüngste Opfer in einer Serie von Fällen tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze. Die genauen Umstände seiner schweren Rückenmarksverletzungen sind noch unklar. Auf Videoaufnahmen ist aber zu sehen, wie Polizisten Gray bei der Festnahme am 12. April zu Boden drücken, bevor sie den vor Schmerz schreienden Mann zu einem Polizeibus schleifen. Kurz darauf fiel er im Krankenhaus ins Koma, eine Woche später starb er.

(AFP/dpa)
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