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Wegen drohender Todesstrafe
Italien lehnt Auslieferung von mutmaßlichem Bardo-Attentäter ab

Viele Tote bei Angriff auf Bardo-Museum
Viele Tote bei Angriff auf Bardo-Museum FOTO: afp, FB/SH
Mailand. Ein in Italien festgenommener mutmaßlicher Mittäter des Anschlags auf das Nationalmuseum Tunesiens mit 24 Toten wird nicht ausgeliefert. Italiens Justiz lehnte einen entsprechenden Antrag ab.

Das berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Mittwoch unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Mailand. Ein Grund sei demnach, dass dem 22-jährigen Marokkaner in Tunesien die Todesstrafe drohe. Die Staatsanwaltschaft beantragte zudem eine Einstellung der Ermittlungen, da nicht genügend Beweise gegen den Verdächtigen vorlägen. Er soll nun aus der Untersuchungshaft entlassen werden.

Im März hatten Terroristen das Bardo-Nationalmuseum in Tunis gestürmt und Geiseln genommen. 23 Menschen waren bei dem Angriff ums Leben gekommen, darunter viele ausländische Touristen. Ein weiteres Opfer starb später im Krankenhaus. Der Tatverdächtige war im Mai in der Nähe von Mailand festgenommen worden.

Er soll bereits im Februar als Bootsflüchtling in Sizilien angekommen sein, dann aber für die Attacke wieder nach Tunesien gereist sein. In Tunesien ist die Todesstrafe für einige Verbrechen im Zusammenhang mit Terrorismus möglich, zuletzt wurde sie 1991 vollstreckt.

 

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(dpa)