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Autobauer
Behörde schließt Tesla von Ermittlungen zu tödlichem Unfall aus

Behörde schließt Tesla von Ermittlungen zu tödlichem Unfall aus
Dieses Videostandbild zeigt das Wrack des Tesla-Elektroautos nach dem tödlichen Unfall am 23.03.2018 auf einem Highway bei Mountian View. FOTO: dpa, ER nwi
New York. Tesla sieht sie nach einem tödlichen Unfall kritischen Berichten ausgesetzt und veröffentlicht daraufhin Informationen der Transportsicherheitsbehörde. Die reagiert verärgert.

Autobauer Tesla ist über einen tödlichen Unfall eines seiner Elektrowagen mit der US-Behörde für Transportsicherheit aneinandergeraten. Die Bundesbehörde NTSB schloss das Unternehmen von Ermittlungen zu dem Vorfall aus. Als Grund nannte sie einen Verstoß von Tesla gegen einen Vereinbarung, keine Angaben zu Ermittlungen publik zu machen, bevor die NTSB diese geprüft und bestätigt hat. Die Veröffentlichung unvollständiger Informationen führe oft zu Spekulationen und falschen Annahmen über eine Unfallursache, teilte die Behörde am Donnerstag mit.

Tesla bestritt die Darstellung. Die Firma habe sich schon zwei Tage zuvor aus der Vereinbarung zurückgezogen, als ihr mit Ausschluss von den Ermittlungen gedroht worden sei, wenn sie weitere Stellungnahmen vor Ende der NTSB-Ermittlungen abgebe.

Die Transportsicherheitsbehörde wird künftig keine Informationen mehr über den Unfall vom 23. März mit Tesla teilen. An diesem Tag war ein Geländewagen nahe Mountain View in Kalifornien mit eingeschaltetem halbautonomen Fahrassistenzsystem gegen eine Leitschutzplanke geprallt. Der Tesla fing Feuer. Der Fahrer, ein 38-Jähriger Softwareingenieur bei Apple, kam ums Leben.

Fahrer müssen selbst aktiv bleiben

Eine Woche später hatte Tesla bestätigt, dass der Wagen zum Zeitpunkt des Unfalls mit dem halbautonomen Autopiloten unterwegs war. Der Fahrer habe zudem trotz Warnsignalen sechs Sekunden lang nicht seine Hände am Steuer gehabt. Der Autopilot lässt nach Firmenangaben den Wagen das Tempo halten, ermöglicht Spurwechsel und automatisches Parken. Doch müssten Fahrer weiter aufs Verkehrsgeschehen achten und die Hände am Steuer behalten, um gegebenenfalls die Kontrolle zu übernehmen.

Kurz nach der Stellungnahme von Tesla sagte ein Sprecher von NTSB, dass die Behörde "unglücklich" über die Preisgabe der Information. Tesla erklärte indes, man habe diese Angaben gemacht, um irreführende Behauptungen über Sicherheitsprobleme von Autopilotsystemen richtig zu stellen. Zudem kündigte der Autobauer an, eine Beschwerde beim Kongress über die NTSB einzureichen. Der Transportsicherheitsbehörde gehe es mehr um "Presseschlagzeilen" als um die Förderung von Sicherheit, kritisierte Tesla.

(mro/ap)
 
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