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Verschollene Boeing 777
Gefundene Trümmerteile gehören "fast sicher" zu MH370

Behörden: Gefundene Trümmerteile gehören "fast sicher" zu MH370
Weitere Puzzlestücke zum verschollenen Flug MH370 scheint gefunden worden zu sein. FOTO: ap, JP KAJ AMB CD
Kuala Lumpur . Auch wenn die genaue Absturzstelle immer noch im Dunkeln liegt: Zwei weitere in Südafrika und vor Mauritius gefundene Trümmerteile gehören nach Angaben der Regierung Malaysias "fast sicher" zum Unglücksflug MH370.

Bestätigt sich die Bekanntgabe vom Donnerstag, wären insgesamt fünf Wrackstücke der Maschine an mehreren Stellen rund um den Indischen Ozean entdeckt worden.

Das Passagierflugzeug der Malaysia Airlines war am 8. März 2014 mit 239 Menschen an Bord während einer Reise von Kuala Lumpur nach Peking verschwunden.

Erst im März hatten Inspekteure bestätigt, dass zwei entlang der Küste von Mosambik gefundene Trümmerteile fast sicher zur der Maschine gehörten. 2015 war auf der nahe Mauritius gelegenen Insel Réunion eine Flügelklappe des verschollenen Flugzeugs entdeckt worden.

Es wird angenommen, dass Flug MH370 über einem abgelegenen Abschnitt des südlichen Indischen Ozeans abstürzte. Eine intensive Suche hat bislang keine Spur ergeben.

Forscher vermuten Absturzstelle im Norden des Indischen Ozeans

Nach Einschätzung von Meeresforschern ist die Maschine nördlich des derzeitigen Suchgebiets in den Indischen Ozean gestürzt. Das wahrscheinlichste Herkunftsgebiet der bisher gefundenen Wrackteile liege im Vergleich zu ersten Berechnungen vom vergangenen September aber weiter südwärts, teilte das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel mit. Unter dessen Leitung hatte ein europäisches Wissenschaftlerkonsortium eine neue Analyse erarbeitet.

Gemeinsam mit Kollegen aus Frankreich und Großbritannien präzisierten Kieler Forscher Computersimulationen der möglichen Drift der Flügelklappe, die im Juli vergangenen Jahres auf der Insel La Réunion gefunden worden war. Die kürzlich an anderen Küsten des südwestlichen Indischen Ozeans gefundenen Wrackteile passen nach Angaben der Kieler Forscher in ihre Interpretation. "Die Meeresströmungen durch den sogenannten Mosambikkanal und an die afrikanische Küste stellen quasi eine Fortsetzung der Route dar, die auch an La Réunion vorbeiführt", erklärte Prof. Arne Biastoch.

Der australischen Koordinierungsstelle für die Suche (JACC) sei der neue Report bekannt, gab Geomar an. Ob die Ergebnisse noch für die derzeitige Suchaktion genutzt werden, sei noch offen. Wenn das MH370-Wrack bis Ende Juni nicht gefunden wird, wollen Minister aus Malaysia, China und Australien über die nächsten Schritte entscheiden. Dies hatte der Vize-Verkehrsminister Malaysias, Abdul Aziz Kaprawi, Ende April angekündigt.

Das Wrack wird im Indischen Ozean westlich von Australien vermutet. Bergungsspezialisten suchen in einem 120. 000 Quadratkilometer großen Gebiet bisher vergeblich.

"Wir haben mehr als fünf Millionen Partikel über einen Zeitraum von 16 Monaten zurückverfolgt", erläuterte der Geomar-Wissenschaftler Jonathan Durgadoo zu den jüngsten Untersuchungen. "Aus dieser großen Anzahl haben wir die wahrscheinlichsten Startorte der Partikel am 8. und 9. März 2014 berechnet."

Bei den neuen Rechnungen seien zusätzliche physikalische Prozesse berücksichtigt worden, um die Drift realistischer nachzubilden, sagte Biastoch. "Dazu zählt insbesondere die Drift durch die vom Wind erzeugten Ozeanwellen." Die genutzten Computermodelle bildeten die Strömungen im Indischen Ozean sehr gut ab. "Dennoch haben Simulationen immer ihre Grenzen. Die neue Studie kann aber ein wichtiges Puzzleteil für die Suche nach MH370 sein."

(felt/ap/dpa)
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