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Gericht in Belgien
Eltern wegen Mangelernährung ihres Kindes verurteilt

Belgien: Eltern wegen Mangelernährung ihres Kindes verurteilt
Richterin Mieke Butstraen verliest das Urteil. FOTO: ap
Dendermonde. Lucas starb sieben Monate nach seiner Geburt. Seine Eltern hatten ihn laktose- und glutenfrei ernährt, obwohl bei ihm keinerlei Unverträglichkeiten diagnostiziert worden waren. Ein belgisches Gericht verurteilte Vater und Mutter deshalb zu sechs Monaten Haft auf Bewährung.

Die beiden hätten ihren Sohn nicht ausreichend versorgt, urteilte das Gericht am Mittwoch. Der kleine Lucas war im Alter von sieben Monaten gestorben. Seine Organe waren zu diesem Zeitpunkt um die Hälfte geschrumpft und wiesen keinerlei Fett auf.

Falsche Ernährung führte zum Tod

Richterin Mieke Butstraen erklärte, der Tod des Kindes sei auf die Ernährung zurückzuführen, die nicht angemessen gewesen sei. Lucas wog bei seinem Tod nur 4,3 Kilogramm, knapp ein Kilogramm mehr als bei seiner Geburt.

Seine Eltern betreiben ein Geschäft für natürliche Lebensmittel und ernährten ihr drittes Kind laktose- und glutenfrei, obwohl bei dem Baby keinerlei Unverträglichkeiten diagnostiziert worden waren. Einen Arzt zogen sie nicht hinzu, wie aus Gerichtsdokumenten hervorging.

Eltern brachten Baby zu Homöopathen statt Arzt

Am Tag seines Todes vor drei Jahren verschlechterte sich Lucas' Zustand rasch. Die Eltern brachten ihn zunächst zu einem Homöopathen. Als das Kind schließlich im Krankenhaus eintraf, war es bereits tot.

Die Eltern können Berufung gegen das Urteil einlegen. Das Gericht verwies jedoch darauf, dass das Urteil bereits milde ausgefallen sei. "Es ist klar, dass die Angeklagten bereits schwer bestraft sind, weil sie mit dem Wissen weiterleben müssen, dass sie für den Tod ihres Sohnes verantwortlich sind, den sie ehrlich geliebt haben", erklärte die Richterin.

(ap)
 
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