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Belgien fährt Tihange 1 nach Feuer wieder hoch

Belgien fährt Tihange 1 nach Feuer wieder hoch
Das Akw Tihange arbeitet wieder mit voller Kraft. FOTO: dpa, obe nic
Brüssel . Der Reaktor Nummer 1 im umstrittenen belgischen Atomkraftwerk Tihange ist am Samstag wieder hochgefahren worden.

Er habe schon wieder seine volle Leistung erreicht, teilte ein Sprecher der Betreiber-Gesellschaft Electrabel am Samstagabend mit. Der nahe der deutschen Grenze gelegene Reaktor war am Freitagabend nach einem Feuer in einem nicht-nuklearen Bereich automatisch heruntergefahren worden. Ein Mitarbeiter hatte einen Stromschlag erlitten und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Vor allem die deutschen Grünen fordern immer wieder einen Stopp "der Schrottreaktoren", da Tihange Millionen Menschen in Belgien, den Niederlanden und Deutschland bedrohe. Der 1975 in Betrieb genommene Tihange 1 ist der älteste der drei Reaktoren des Atomkraftwerks und sollte eigentlich in diesem Jahr vom Netz gehen. Im Jahr 2012 wurde jedoch entschieden, die Laufzeit bis 2025 zu verlängern.

Das Atomkraftwerk Tihange mit seinen drei Reaktoren liegt nur 70 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt und steht seit langer Zeit in der Kritik. Der wegen Materialfehlern lange abgeschaltete Reaktorblock 2 war erst zu Beginn vergangener Woche trotz Protesten aus Deutschland nach 21 Monaten Pause wieder ans Netz gegangen.

Belgien hat sieben Atomreaktoren an zwei Standorten, die zur Stromerzeugung genutzt werden. Zahlen und Fakten im Überblick:

Standort Doel

Der bei Antwerpen gelegenen Standort Doel besteht aus vier Druckwasserreaktoren. Die baugleichen Anlagen Doel 1 und Doel 2 leisten 433 Megawatt und gingen 1975 ans Netz. Es folgten 1982 der Reaktor Doel 3 mit 1006 Megawatt und 1985 der Reaktor Doel 4 mit 1039 Megawatt Leistung. Zusammen können die Kraftwerke jährlich 23 Milliarden Kilowattstunden Strom produzieren. Dies entspricht nach Angaben des Betreibers Electrabel knapp 30 Prozent der gesamten belgischen Stromerzeugung. Der Standort Doel ist rund 150 Kilometer von der belgisch-deutschen Grenze entfernt und beschäftigte zuletzt rund 880 Mitarbeiter.

Standort Tihange

Der bei Lüttich gelegenen Standort Tihange besteht aus drei Druckwasserreaktoren. Die Anlage Tihange 1 leistet 962 Megawatt und ging als erste 1975 ans Netz. Es folgten 1983 der Reaktor Tihange 2 mit 1008 Megawatt und 1985 der Reaktor Tihange 3 mit 1046 Megawatt Leistung. Zusammen können die Kraftwerke jährlich etwa ebenso so viel Strom produzieren wie die in Doel. Der Standort Tihange liegt rund 70 Kilometer von Aachen in Nordrhein-Westfalen entfernt und beschäftigte zuletzt rund 940 Mitarbeiter.

(felt/AFP)
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