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Großes Anti-Terror-Paket in Planung
Erneut Razzien im Großraum Brüssel

Belgien: Großeinsatz nach Terror in Paris
Belgien: Großeinsatz nach Terror in Paris FOTO: afp, sd
Brüssel. Die belgischen Behörden haben im Großraum Brüssel sechs Razzien gestartet. Das Land plant nach der Pariser Terrorwelle vor knapp einer Woche zudem ein umfangreiches Paket neuer Anti-Terror-Maßnahmen und will dafür 400 Millionen Euro zusätzlich bereitstellen. Dies kündigte Ministerpräsident Charles Michel am Donnerstag an. 

Die neuen Razzien richteten sich offenbar gegen das Umfeld des Franzosen Bilal Hadfi, der zeitweise in Brüssel gelebt und sich am Freitag vor einer Woche in Paris in die Luft gesprengt hatte. Es gebe sechs Durchsuchungen in der Region Brüssel, darunter auch im Stadtteil Molenbeek, sagte ein Sprecher der belgischen Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Nach Informationen der belgischen Nachrichtenagentur Belga handelte es sich dabei um Häuser von Freunden und Familienangehörigen des gesuchten Selbstmordattentäters Bilal Hadfi.

Die Aktion steht nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht direkt mit den jüngsten Anschlägen in Paris in Zusammenhang. Die Untersuchung habe bereits Anfang 2015 begonnen, als Hadfi nach Syrien ausgereist war. Die Fahnder nahmen eine Person fest. Der 20-jährige Bilal Hadfi war einer der Selbstmordattentäter von Paris. Er ist französischer Staatsangehöriger, der in Belgien lebte, und soll sich in Syrien dem IS angeschlossen haben.

In dem Brüsseler Bezirk Molenbeek gab es in den vergangenen Tagen bereits mehrere Polizeieinsätze im Zusammenhang mit den Pariser Attentaten. Unter den weiteren Orten der Razzien vom Donnerstag waren der Staatsanwaltschaft zufolge auch das gutbürgerliche Viertel Uccle sowie das Zentrum der belgischen Hauptstadt.

Razzia in Brüssel: Anti-Terror-Einsatz in Molenbeek FOTO: afp, nb

Anti-Terror-Maßnahmen sollen verschärft werden

Regierungschef Michel drang in einer Rede vor Abgeordneten unter anderem auf eine Verfassungsänderung, so dass Terrorverdächtige länger ohne Anklage festgehalten werden können. Auch will er mehr Sicherheitskräfte einsetzen. Darüber hinaus soll mehr getan werden, um die Verbreitung von Hassbotschaften zu unterbinden.

"Alle demokratischen Kräfte müssen zusammenwirken, um unsere Sicherheit zu stärken", sagte Michel. Er sprach sich auch für eine internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terror aus. Belgien diente einigen der Pariser Attentäter offenbar als Stützpunkt. Auch soll ein Belgier, der Dschihadist Abdelhamid Abaaoud, Drahtzieher der Terrorwelle sein, die in Paris 129 Menschen das Leben kostete.

 

(ap/dpa/dafi)
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