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Belize
Junge Frau stirbt während Exorzismus in Kirche

Belmopan. In einer Kirche im zentralamerikanischen Staat Belize ist eine junge Frau während eines Exorzismus gestorben. Die 22-Jährige erlitt nach Medienberichten einen Herzinfarkt.

Ihre Eltern hatten versucht, sie mithilfe einer religiösen Zeremonie in der Pentecostal Church of San Ignacio de Velasco von Dämonen zu befreien. Eine erste Untersuchung der Ermittlungsbehörden ergab demnach, dass die Frau "eines natürlichen Todes" gestorben sei. Sie habe in den Wochen vor ihrem Tod unter unerklärlichen Zuckungen und Gemütsschwankungen gelitten. Eine ärztliche Behandlung sei erfolglos geblieben.

Unter Exorzismus wird die rituelle Vertreibung böser Mächte und Geister aus Personen, Lebewesen oder Gegenständen verstanden. Solche Praktiken gibt es in allen Kulturen. Sie sollen der ganzheitlichen Reinigung und Heilung dienen. Das Wort stammt vom griechischen Begriff "exorkizein" ab und bedeutet "wegbeschwören".

Der Exorzismus in der katholischen Kirche besteht aus Gebeten sowie Segens- und Beschwörungsformeln. In einfacher Form wird er bei der Taufe vollzogen. Der sogenannte feierliche oder "Große Exorzismus" darf laut dem Kirchenrecht von 1983 nur nach Genehmigung des zuständigen Bischofs von einem geeigneten Priester vorgenommen werden.

1999 legte der Vatikan neue Richtlinien vor, um stärker die Erkenntnisse der Medizin und Psychiatrie zu berücksichtigen. Die 90-seitige Sammlung von Gebeten, Segens- und Beschwörungsformeln ersetzte eine Fassung von 1614. Nach den neuen Regelungen muss ein Exorzist sorgfältig überprüfen, ob tatsächlich ein Fall von Besessenheit vorliegt. Gegebenenfalls soll er sich mit Medizinern und Psychiatern beraten.

(das/KNA)
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