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Egypt-Air-Maschine
Brite macht Foto mit Flugzeug-Entführer

Fotos: Entführte EgyptAir-Maschine landet auf Zypern
Fotos: Entführte EgyptAir-Maschine landet auf Zypern FOTO: afp
Larnaka/Kairo. Ben Innes war Geisel an Bord der entführten Egypt-Air-Maschine, die auf Zypern zur Landung gezwungen wurde. Während die Polizei die Maschine umstellte, machte er "das Selfie des Lebens". Von Ludwig Krause

Der eine trägt ein blaues Hemd, seine Sonnenbrille im Haar und grinst breit in die Kamera. Der andere hat sein Hemd unter der Jacke aufgeknöpft, trägt eine große runde Brille und etwas, das wie ein Sprengstoffgürtel aussieht.

Der 26-jährige Ben Innes aus Aberdeen hat ein Foto von sich machen lassen, das vermutlich hochgradig unvernünftig, auf jeden Fall aber kurios ist. Während die Polizei die entführte Egypt-Air-Maschine, die in Larnaka zur Landung gezwungen wurde, umstellte, fragte er den Kidnapper nach einem Erinnerungsbild. Der britischen Boulevardzeitung "The Sun" hat er seine Geschichte erzählt.

"Ich dachte mir, dass ich eh nichts zu verlieren habe, wenn die Bombe echt ist. Also habe ich die Chance genutzt und sie mir genauer angesehen", zitiert das Blatt den Briten. Er habe eine Mitarbeiterin der Crew gefragt, ob sie für ihn übersetzen könne. Als der Entführer einverstanden gewesen sei, habe sie ein Foto von den beiden gemacht. "Das muss der beste Selfie aller Zeiten sein", meint Innes.

Seine Mutter warnte ihn - da war es zu spät

Auch nach dem Foto sei er sich nicht sicher gewesen, wie gefährlich die Situation wirklich war. "Aber ich dachte, dass es eher eine Attrappe ist, nachdem ich sie mir angeschaut habe. Also beschloss ich, zurück zu meinem Sitz zu gehen und meine nächsten Schritte zu planen." Über sein Handy hielt er Kontakt zu seiner Mutter, die ihn davor gewarnt habe, irgendetwas Dummes zu tun. "Ich wusste nicht wirklich, wie ich ihr sagen sollte, dass ich schon ein Selfie mit ihm gemacht habe", zitiert ihn die "Sun".

Dieses Bild soll Ben Innes (Mitte) und weitere Passagiere bei ihrer Flucht aus dem Flugzeug zeigen. FOTO: afp

Der 26-Jährige erzählt aber auch, was sich während der Entführung an Bord des Flugzeugs abgespielt hat. Demnach habe erst Panik geherrscht, die Situation habe sich aber zunehmend beruhigt, nachdem der Großteil der Geiseln freigelassen worden waren. Als dann auch das Bordpersonal das Flugzeug verlassen durfte, schloss sich der Kapitän dem Bericht zufolge schnell in seiner Kabine ein und kletterte aus dem Fenster. Die verbliebenen Geiseln ergriffen anschließend offenbar die Flucht. "Wir bewegten uns in Richtung Tür, als er zum Heck des Flugzeugs ging - dann sind wir gerannt."

Der Airbus mit der Flugnummer 181 war auf einem Inlandsflug von Alexandria nach Kairo. Der Täter zwang die Maschine am Morgen zur Landung in der zyprischen Hafenstadt Larnaka. Eine Stunde danach begann er mit der Freilassung erster Geiseln. Die Motive des Täters waren offensichtlich in erster Linie privat - er soll geistig instabil sein und unter anderem aus Liebeskummer gehandelt haben.

(lukra)
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