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Temperaturen bis Minus 32 Grad: Bereits 101 Kälte-Tote in der Ukraine

zuletzt aktualisiert: 03.02.2012 - 08:56

Kiew (RPO). Immer mehr Kältetote in Osteuropa: In der Ukraine erfroren seit dem Wochenende schon mehr als 100 Menschen, die meisten Toten wurden in den Straßen gefunden. Die russischen Behörden melden 64 Kälteopfer. Auch in Deutschland bleibt es vorerst kalt.

In der Ukraine sind erneut mindestens 38 Menschen der Eiseskälte mit Temperaturen bis minus 32 Grad zum Opfer gefallen. Damit stieg die Zahl der Kältetoten in der ehemaligen Sowjetrepublik seit dem Wochenende nach offiziellen Angaben auf 101, wie das Zivilschutzministerium am Freitag in Kiew mitteilte. Mehr als 1200 Menschen werden wegen Erfrierungen in Krankenhäusern behandelt. Beobachter vermuten, dass es tatsächlich noch weit mehr Opfer gibt.

Die ukrainische Regierung erhöhte die Zahl der Wärmestuben, in denen Frierende mit heißen Getränken und Essen versorgt werden, deutlich auf fast 3000. Landesweit sind 88 Prozent der Schulen wegen des Superwinters geschlossen, Hunderttausende Schüler haben "kältefrei".

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Die Menschen in Deutschland werden auch am Wochenende bibbern. "Es bleibt vorerst noch kalt", sagte Meteorologin Dorothea Paetzold. Zudem bringe ein Tief über der Ostsee etwas Schnee nach Norddeutschland.

Russland nannte unterdessen erstmals offizielle Zahlen zu den Kälteopfern im größten Land der Erde: Demnach erfroren im Januar insgesamt 64 Menschen. Das teilte das Zivilschutzministerium in Moskau nach Angaben der Agentur Itar-Tass mit.

In der russischen Hauptstadt mussten in der Nacht zum Freitag erneut etwa 20 Menschen mit Erfrierungen in Krankenhäuser gebracht werden. Die Fährverbindung zur Insel Putjatina unweit der Großstadt Wladiwostok am Pazifik war erstmals seit Jahren wegen dicker Eismassen unterbrochen.

Die Kaukasus-Republik Georgien meldete mit bis zu minus 20 Grad die tiefsten Temperaturen seit 1998. Wegen der schweren Schneefälle und Glatteis gebe es deutlich mehr Unfälle und verletzte Fußgänger, teilten die Behörden mit.

In Lettland ist es während der Eiseskälte zu zahlreichen Bränden gekommen. Insgesamt musste die Feuerwehr am Donnerstag mehr als 50 Mal ausrücken, meldete die Nachrichtenagentur BNS am Freitag. Grund für die Brände waren nach Angaben der Feuerwehr häufig defekte Heizanlagen oder verunreinigte Schornsteine. Wegen der großen Kälte laufen Heizungen und Öfen derzeit in vielen Wohnungen und Häusern auf Hochtouren.

Im gesamten Baltikum hat die Kältewelle weiteren drei Menschen das Leben gekostet. In der Nacht zum Freitag sei in der Hauptstadt Tallinn bei Temperaturen um minus 30 Grad ein Mensch erfroren, teilte der estnische Rundfunk am Freitag mit. Zwei weitere Menschen seien mit Erfrierungen in Krankenhäuser gebracht worden.In Lettland gab es zwei Tote und mehrere Verletzte.

Eis und Schnee halten auch Norditalien fest im Griff: Betroffen waren Tausende von Menschen, die in ihren Häusern ohne Strom auskommen mussten oder in Zügen im Schnee steckenblieben, wie italienische Medien am Freitag berichteten. In den Schulen in Rom fiel wegen erwarteter starker Schneefälle der Unterricht aus.

Quelle: dpa

 
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