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panorama Silvio Berlusconi schmerzvoll AP
  Foto: AP, AP
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Prostituierte berichtet von Nacht in römischer Residenz: Berlusconi wegen Privataffären unter Druck

zuletzt aktualisiert: 25.06.2009 - 10:19

Rom (RPO). Zwei Wochen vor dem G-8-Gipfel in den Abruzzen steht Silvio Berlusconi innenpolitisch zunehmend unter Druck. Der italienische Ministerpräsident wies am Mittwoch die Darstellung einer Prostituierten in der Zeitung "Corriere della Sera" zurück, dass sie 1000 Euro von ihm erhalten habe.

Dafür sollte sie nach eigenen Angaben im Oktober 2008 an einer Party in der römischen Residenz des Regierungschefs teilnehmen. Am 4. November habe sie dort auch die Nacht verbracht.

Er habe nie eine Frau bezahlt, sagte der 72-Jährige dem Magazin "Chi", das in seinem Verlagshaus Mondadori erscheint. "Es gibt nichts in meinem Privatleben, wofür ich mich entschuldigen müsste."

Die Prostituierte Patrizia D'Addario erklärte jedoch, sie könne beweisen, dass sie die Nacht im Haus Berlusconis verbracht habe. Staatsanwälte untersuchten Fotos, die D'Addario vom Schlafzimmer Berlusconis gemacht haben will, sowie angebliche Aufzeichnungen von Telefongesprächen zwischen beiden.

Die Serie von Schmuddelgeschichten über den Ministerpräsidenten stößt in konservativen Kreisen auf wachsenden Unwillen. "Es muss Grenzen geben", schrieb jetzt das einflussreiche katholische Magazin "Famiglia Cristiana", das in Kirchen im ganzen Land verteilt wird. "Diese Grenzen des Anstands sind überschritten worden." Die Inhaber politischer Macht könnten nicht beanspruchen, "sich in einem ethik-freien Territorium zu befinden".

Der Skandal setzte bereits Ende Januar ein, als Berlusconis Frau Veronica Lario öffentlich eine Entschuldigung von ihrem Mann verlangte und danach auch ihre Absicht ankündigte, sich scheiden zu lassen. Damals ging es vor allem um die Teilnahme Berlusconis an einer Geburtstagsparty für ein 18-jähriges Mädchen.

Besitzer von "Repubblica" will Klage einreichen

Die Aufforderung Berlusconis an Unternehmer, keine Anzeigen mehr in der Zeitung "La Repubblica" zu schalten, hat ein juristisches Nachspiel. Der Mutterkonzern L'Espresso will Berlusconi deswegen gerichtlich belangen. Die Anwälte des Konzerns seien bereits eingeschaltet, teilte L'Espresso am Mittwoch mit. Daraufhin legte die Aktie des Medienkonzerns an der Mailänder Börse um fast neun Prozent zu.

"La Repubblica" hat einen erheblichen Anteil an den jüngsten Enthüllungen über Berlusconis Privatleben. Bei einem Treffen mit jungen Unternehmern in Ligurien regte der Regierungschef daraufhin vor knapp zwei Wochen einen Anzeigenboykott gegen die zweitgrößte Zeitung des Landes an, der er staatsgefährdende Machenschaften vorwarf.

Auf die drohende Klage des Mutterhauses reagierte der 72-jährige Regierungschef unterdessen gelassen. "Sie haben keine Angst sich lächerlich zu machen", sagte er der Nachrichtenagentur Ansa.

Er bekräftigte, "man muss schon masochistisch veranlagt sein, um seine Werbung Medien anzuvertrauen, die solange von Krise reden, bis sie selbst zum Krisenfaktor werden." In seinem Amt als Ministerpräsident ist Berlusconi Dank eines neuen Gesetzes vor strafrechtlicher Verfolgung geschützt.

Quelle: AP

 
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