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Umstrittener US-Komiker
Weitere Missbrauchsvorwürfe gegen Bill Cosby

Fotos: Bill Cosby – Football-Stipendiat und Sitcom-Größe
Fotos: Bill Cosby – Football-Stipendiat und Sitcom-Größe FOTO: dpa
Los Angeles. Bill Cosby gerät in der Missbrauchsaffäre immer stärker unter Druck. In Los Angeles haben jetzt drei weitere Frauen schwere Vorwürfe gegen den US-Komiker erhoben. Zu einer Klage wird es aber wohl nicht kommen.

Dem US-Komiker Bill Cosby haben drei weitere Frauen sexuellen Missbrauch vorgeworfen. Die beiden Schauspielerinnen Eden Tirl und Linda Whitedeer sowie die frühere Stewardess Colleen Hughes schilderten am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Los Angeles, wie Cosby sie zum Sex gezwungen habe. Die Pressekonferenz fand in der Kanzlei der Anwältin Gloria Allred statt, die zahlreiche mutmaßliche Opfer von Cosby vertritt. Tirl, Whitedeer und Hughes werden keine Klage gegen den Schauspieler einlegen, weil die Taten mehr als 30 Jahre zurückliegen und daher strafrechtlich verjährt sind.

Tirl sagte, Cosby habe sie beim Dreh einer Folge seiner international bekannten Serie "Cosby Show" sexuell angegriffen. Whitedeer begegnete dem Schauspieler nach eigenen Angaben 1971. Bei einem Vorstellungsgespräch habe er sie zum Oralsex gezwungen, sagte sie. "Er hat mich schnell mit der Präzision eines Chirurgen angegriffen und dabei auf den Überraschungseffekt gesetzt", schilderte Whitedeer den Vorfall.

Hughes sagte, sie habe den heute 78-jährigen Schauspieler auf einem Flug nach Los Angeles kennengelernt. Er habe sie zum Mittagessen in ein Hotel in Beverly Hilss ausgeführt und sie dann auf ein Glas Champagner in einem Hotelzimmer eingeladen. Als sie mehrere Stunden später aufgewacht sei, habe sie festgestellt, dass Cosby sie sexuell missbraucht habe. "Ich habe mein ganzes Leben lang mit einem schrecklichen Geheimnis gelebt, was Bill Cosby mir angetan hat", erzählte Hughes. Sie habe nie mit jemandem darüber geredet.

Ende Juli hatte das "New York Magazine" 35 mutmaßliche Missbrauchsopfer von Cosby abgebildet und zu Wort kommen lassen. Die Fälle reichten demnach bis in die 60er Jahre zurück, die jüngsten sexuellen Übergriffe sollen im vergangenen Jahrzehnt passiert sein.

Laut dem Bericht des "New York Magazine" werfen insgesamt 46 Frauen dem Schauspieler sexuelle Vergehen bis hin zur Vergewaltigung vor. Cosby bestritt die Vorwürfe vehement. Allerdings hatte er 2005 zugegeben, im Jahr 1976 einer Frau das Beruhigungsmittel Quaaludes verabreicht zu haben, weil er mit ihr Sex haben wollte. Entsprechende Gerichtsunterlagen waren Anfang Juli bekannt geworden.

Dazu erklärten die Anwälte des 78-Jährigen, Cosby habe damals lediglich zugegeben, wie viele andere in den 70er Jahren im Sexleben zu Drogen gegriffen zu haben. Der Sex sei immer im beiderseitigen Einverständnis erfolgt, die Medien hätten aber den Eindruck einer Vergewaltigung erweckt. Am 9. Oktober muss Cosby unter Eid zu den Anschuldigungen von Allreds Mandantin Judy Huth aussagen. Sie wirft dem Schauspieler vor, sie im Alter von 15 Jahren unter Drogen gesetzt und vergewaltigt zu haben.

(AFP)
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